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ERSTAUFLAGE/1068: Inhaltliche Zusammenfassung von Nr. 3200 (SB)


Robert Corvus

Mission MAGELLAN

Perry-Rhodan-Heft Nr. 3200


Gruelfin, vor der Kleingalaxis Morschaztas, Juni 2096 NGZ

Seit der Chaoporter-Krise sind 25 Jahre vergangen. Damals hatte Perry Rhodan von der Kosmokratin Mu Sargai zwei Koordinatensätze der Fragment-Refugien von ES übermittelt bekommen. ES ist seit der sogenannten Scherung, die mit den Ereignissen um das Atopische Tribunal und Thez zusammenhängt, in Fragmente zersplittert, die als verschollen gelten. Das Parlament der Liga Freier Galaktiker hat beschlossen, dass die Fragmente gesucht und wieder zusammengesetzt werden sollen, um der Superintelligenz zu einer neuen bewussten Existenz zu verhelfen. Deshalb hat man vor zehn Jahren die MAGELLAN ausgeschickt, um eine vorgeschobene Operationsbasis in Morschaztas zu etablieren, der Kleingalaxis nahe Gruelfin, zu der die ersten Koordinaten weisen. Von dort soll dann die RAS TSCHUBAI, deren Reparatur noch nicht abgeschlossen ist, operieren.

An Bord der MAGELLAN haben sich nicht nur die Besatzungsmitglieder, sondern auch deren Angehörige auf den Weg Richtung Gruelfin gemacht, weil 20 Jahre für Hin- und Rückflug eine zu lange Trennung von der Familie bedeutet hätte. Da in regelmäßigen Abständen Kommunikationsbojen ausgeschleust worden sind, konnte zumindest ein rudimentaler Kontakt zu Terra hergestellt werden. Nun ist vor einem halben Jahr von der MAGELLAN ein Hilferuf ausgesandt worden. Perry Rhodan wollte mit der RAS TSCHUBAI, die als einziges Schiff in der Lage ist, die gewaltige Strecke in einer akzeptablen Zeit zurückzulegen, sofort losfliegen, hat aber die Genehmigung dafür nicht erhalten, die Wiederherstellung mit vermehrtem Einsatz von Salkrit zu beschleunigen, das nach dem Abzug FENERIKS vielerorts zum Wiederaufbau der verwüsteten Milchstraße dringend gebraucht wird.

Da erklärte sich Atlan bereit, die Sextadim-Kapsel, die er von den Galaktischen Kastellanen bekommen hat, zur Verfügung zu stellen. Doch nicht alle Völker der Liga können sich damit anfreunden, eine Superintelligenz zu erwecken, die in der Vergangenheit die Terraner bevorzugt hat. Es erfolgte ein Anschlag auf die Kapsel, die schwer beschädigt wurde und schließlich erst nach vier Monaten Reparatur losfliegen konnte.

Atlan, Perry Rhodan, Sichu Dorksteiger, der Kastellan Alschoran, der Dimensionologe Antanas Lato und die Posbi Marat (ehemals Madame Ratgeber) machen sich nun an Bord der RA, die technisch so hochwertig ist, dass sie den Flug in 35 Tagen bewältigen kann, auf den Weg nach Morschaztas. Als sie die MAGELLAN erreichen, stellen sie fest, dass der Funkcode nicht mehr gültig ist, was darauf schließen lässt, dass das Schiff übernommen worden ist. Nach der Entschlüsselung des neuen Codes durch die Sextatronik der Kapsel kann der Funk abgehört werden. Es geht darin primär um die Logistik von Gefangenentransporten, die für die Insel der Bewährung bestimmt sind. Die Gefangenen werden als 'Perfektionsstörer' bezeichnet. Also ist der Ultratender inzwischen zu einer Gefängnisinsel geworden ist.

Die MAGELLAN wird von vier eiförmigen Schiffen bewacht. Von Bord der RA aus sieht man, dass die Beiboote des Tenders stark beschädigt sind. Nur das künstliche Habitat, das die obere Kuppel bildet, scheint glimpflich davongekommen zu sein.

Alschoran stammt aus der Galaxis Gruelfin. Er ist Semi-Pedotransferer und damit in der Lage, sein Bewusstsein in ein anderes Individuum zu versetzen, nachdem er es einmal berührt hat. Mit seinem Sextaferer, der zu einer zeitverlustfreien Ortsversetzung in der Lage ist, gelangen Marat und er an Bord der MAGELLAN, um Aufklärungsarbeit zu leisten. Sie landen in der urwaldähnlichen Vegetation des künstlichen Habitats. Das Schiff ist nicht nur von Ganjasen bevölkert, sondern auch von einer anderen Spezies, die wie ein ein Meter großes Seepferdchen aussieht, das sich breite Gürtel umgehängt hat.

Alschoran und Marat können niemanden von der alten MAGELLAN-Besatzung finden. Selbst Shema Ghessow und Damar Feyerlant nicht, die den Flug mitgemacht haben. Aber sie finden heraus, dass die Besatzer Schwierigkeiten mit sogenannten Perfektionsstörern haben. Alschoran geht davon aus, dass es ein Widerstandsnest an Bord gibt. Dass die Panjasen es häufig mit Datenverlusten zu tun bekommen, deutet darauf hin, dass hier Damar Feyerlant am Werk ist, der die Gabe hat, Biopositroniken zu überreden, gegen ihre Programmierung zu handeln. Er ist vermutlich auch dafür verantwortlich, dass die Bordpositronik ELCANO sich in einem Notverschlusszustand befindet, den die Panjasen noch nicht beseitigen konnten. Ihre Versuche, Zugriff auf die Speicher des Schiffes zu erhalten, scheitern ständig. Sie steuern die MAGELLAN mit eigenen Positroniken.

Als Alschoran Zeuge einer Tanzvorstellung wird, deren Ästhetik Panjasen als unzureichend bewerten, erweckt er Aufmerksamkeit, weil er nicht registriert ist. Jeder an Bord hat einen zwanzigsstelligen Code als Individualkennung und gehört zu einer Gruppe, die ebenfalls eine Kennung hat. Beides kann Alschoran nicht vorweisen, was ihn verdächtig macht. Die Posbi, die aussieht wie eine von einem stählernen Rückgrat gehaltene Schüssel, in der ihr Plasmahirn schwimmt, wird nicht weiter beachtet, sie geht als Arbeitsroboter durch. Sie kann zahlreiche Module, die sie in ihren 'Körper' integriert hat, mit den unterschiedlichsten Aufgaben losschicken.

Alschoran wird zu einer Registriererin gebracht, dabei gelingt es ihm, sie zu berühren, wodurch er seine Semi-Pedotransfer-Gabe einsetzen kann. Nachdem er in einer Zelle festgesetzt worden ist, kann er seinen Körper ruhen lassen und sein Bewusstsein in den Körper der Frau transferieren. Nachdem sie sich schlafen gelegt hat, übernimmt er ihren Körper und befreit sich selbst aus der Gefängniszelle. Dann lässt er sie eine Identität anlegen, die mit seinen Biodaten gekoppelt ist. Nun müssen auch für alle anderen, die noch auf der unter Ortungsschutz liegenden RA ausharren und auf die MAGELLAN wollen, solche Scheinidentitäten angelegt werden. Daraufhin wechseln auch Perry Rhodan, Atlan und Sichu Dorksteiger zur MAGELLAN. Nur Antanas Lato bleibt zurück, um auf die RA aufzupassen.

Die MAGELLAN ist ein Umerziehungslager geworden. In den meisten Bereichen kann man sich frei bewegen, aber die Panjasen haben ein Bewertungssystem eingeführt, das jeden prädikatiert, wie vollkommen er ist, sowohl körperlich als auch bei allem, was man tut. Schlechte Bewertungen führen nicht nur für den Beurteilten, sondern auch für dessen Gruppe zu Nachteilen. Schönheit ist ein entscheidender Faktor bei der individuellen Vervollkommnung. Wer auf diesem Gebiet Perfektion erreicht und bewahrt, beweist Willensstärke und schafft damit die Voraussetzung für eine erfolgreiche Karriere. Unscheinbare werden übergangen, Hässliche verachtet. Die Insel der Bewährung dient dazu, Unverständigen das Streben nach Vollkommenheit nahezubringen.

Atlan muss mit anschauen, wie Perfektionsstörer von einer besonders schönen Panjasin mit einer Flexorette (einer Mischung aus Degen und Strahler) schmerzhaft gemaßregelt werden. Darunter ist auch ein Faravanua, eines der seepferdchenartigen Wesen. Atlan will der Quälerei nicht länger zusehen und fordert die Panjasin heraus, was ihm schlecht bekommt, da er ohne SERUN von einem Impulsgeschütz attackiert wird, was ihm mehrere Knochenbrüche einbringt. Bevor Soldaten ihn töten, befiehlt die Panjasin Devvasch, ihn in ihre persönliche Medostation zu bringen, da sie eine Schönheit in ihm sieht, die es zu erhalten lohnt. Als sich alle Aufmerksamkeit auf Atlan richtet, pirscht sich Alschoran an den Faravanua heran und bringt ihn per Sextaferer zur RA.

An Bord der RA stellt die Semitronik fest, dass Morschaztas nur ein schwarzer Fleck im All ist. Überall sonst sind Sterne und Galaxien zu sehen. Nicht nur optisch, sondern auch auf allen anderen Wellen des Hyperspektrums ist weder von Morschaztas noch von dem dahinter liegendem Raum etwas zu orten. Wohl aber davor. Antanas Lato nennt die Barriere, die Morschaztas abriegelt, Horizont-Folie.

Sammudré, der von Alschoran gerettete Faravanua, erklärt, dass der Widerstand aus vielen Zellen besteht, die einen lockeren Kontakt halten, vor allem wenn es darum geht, alle mit Nahrung zu versorgen, die von den Panjasen je nach Prädikatierungsstand zugeteilt wird.

Die Besatzung der MAGELLAN und auch das Einsatzteam sind mit Dakkarschleifen ausgestattet worden - Geräten, die die Menschheit beim ersten Zusammenstoß mit den Bewohnern Gruelfins Mitte des vierten Jahrtausends alter Zeitrechnung entwickelt haben. Sie schützen den Geist des Trägers vor der Übernahme durch Pedotransferer. Sie wurden im Vorfeld von Alschoran getestet. Doch anscheinend sind diese Geräte nutzlos, wie die Siganesin Hilke Silent-Brown, die zur ursprünglichen MAGELLAN-Besatzung und nun zum aus dem Untergrund agierenden Widerstand gehört, erfahren musste, als ihr Mann plötzlich das eigene Kind als Geisel nahm, um die Öffnung der Schilde des Tenders zu erzwingen. Dank Hilkes Einsatzes ist es überhaupt gelungen, den Notruf von der MAGELLAN abzusetzen.

Marat schickt ihre Module los, um etwas über den Aufenthaltsort Atlans herauszufinden. Das Einsatzteam kann mit ihm über die Module kommunizieren. Devvasch hat sich unterdessen Atlan zugewendet. Sie findet etwas an ihm, das sie nicht einordnen kann. Die medizinische Untersuchung hat gezeigt, dass er einen Zellaktivator trägt, was ihn mit dem legendären Ganjasen Ovaron verbindet. Atlan will sich bei ihr einschmeicheln, damit sie ihn zur Hauptwelt der Panjasen bringt. Als Marats Modul den Kontakt zu Atlan herstellt, schlägt Rhodan vor, Atlan könne als Devvaschs Lieblingsgefangener die Abriegelung der Galaxis überwinden und dafür sorgen, dass der Rest der Gruppe nachkommen kann.

6. Januar 2023


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