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ORF - ORF1/1133: Woche vom 22.02. bis 28.02.2020


Radioprogramm ORF1 – 9. Woche vom 22.02. bis 28.02.2020


Samstag, 22. Februar 2020


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:56 Gedanken für den Tag
"Von Narren und Weisen". Die evangelische Theologin Luise Müller lüftet in ihren "Gedanken für den Tag" so manche Maske.

"Der Mensch ist am wenigsten er selbst, wenn er in eigener Person spricht. Gib ihm eine Maske, und er sagt die Wahrheit", lautet eine Weisheit des englischen Schriftstellers Oscar Wilde. Masken und Rollen, Narren und Weise, Rio de Janeiro und Venedig, oder einfach einmal aus der Alltagshaut fahren. Nicht nur der Fasching hat viele Gesichter. Die evangelische Theologin Luise Müller lüftet in ihren "Gedanken für den Tag" so manche Maske.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Pasticcio


08:55 Heimspiel


09:00 Nachrichten


09:05 Hörbilder
"Die ganze Welt will es wissen".
Das Vermächtnis der Christl Putschi.

"Ich bin die Enkelin von Kronprinz Rudolf!" Davon war die 92-jährige Christiana Putschi bis zu ihrem Tod im Jänner 2017 tief überzeugt. Rudolf, der Sohn von Kaiser Franz Josef und Kaiserin Elisabeth habe in der Nacht im Jänner 1889 seine Geliebte Mary Vetsera und sich selbst nicht getötet – sondern er habe weitergelebt und eine andere Identität angenommen: Als Hermann Heinrich, Wiener Maschinenfabrikant, habe er Kinder gezeugt. Eines davon war Eugen Heinrich: Christiana Putschis Vater.

Was hat zu dieser fixen Vorstellung geführt? Und mit welchen Unterlagen wollte oder konnte Frau Putschi ihre Herkunft beweisen? Diesen Fragen geht Isabelle Engels in dem Feature nach – und stößt auf eine andere, ebenso erstaunliche Lebensgeschichte.

Christl, eigentlich Christiana Maria Desiree, wurde am 7.10.1924 im Rudolfinerhaus in Wien geboren. Beide Eltern sind wohlhabend. Die Familie des Vaters betreibt die Maschinenfabrik Heinrich, der Familie der Mutter gehört der Autohandel Opel & Beyschlag. Ihre Kindheit und Jugend verbringt Christl bei den Großeltern Beyschlag – ein Leben in Wohlstand und Geborgenheit.

Dann aber folgen Ereignisse, die ihr Leben in eine andere Richtung führen: Der gewaltsame Tod des Großvaters Otto Beyschlag gegen Ende des zweiten Weltkriegs, das durch die Mutter verspielte Beyschlag-Erbe, drei gescheiterte Ehen und Geldnöte lassen ihren Lebensmut sinken. Mitte der 1960er Jahre erbt Christl Putschi von der Maschinenfabrik ihres Großvaters Hermann Heinrich verschiedene Gegenstände aus der Monarchie. Die "Kaisersachen", wie Christl sie nennt, lassen ihre Herkunft in neuem Licht erscheinen.

Gestaltung: Isabelle Engels
Ton: Anna Kuncio Sound: Stefan Weber
Redaktion: Eva Roither


10:00 Nachrichten


10:05 Ö1 Klassik-Treffpunkt
Live aus dem RadioCafe in Wien. Gäste: Andrea Grill, Angelika Kirchschlager.

Andrea Grill hat in ihrem Roman "Cherubino" eine entscheidende Phase im Leben einer Mezzosopranistin beschrieben und sich davor eingehend bei einer prominenten österreichischen Sängerin dieser Stimmlage erkundigt, bei Angelika Kirchschlager. Renate Burtscher begrüßt Autorin und Sängerin heute gemeinsam zu einem "Ö1 Klassik-Treffpunkt" im RadioCafe.

Cherubino aus Mozarts "Die Hochzeit des Figaro" ist nicht nur eine der bekanntesten Hosenrollen für einen Mezzosopran, sondern jetzt auch der Titel des Romans von Andrea Grill, in dem es um eine Sängerin kurz vor einem Karrieresprung, zwischen zwei Männern und zwischen zwei "Berufungen", erfolgreiche Sängerin oder Mutter, geht.

Andrea Grill hat sich gemeinsam mit Sängerinnen und Musikwissenschaftler/innen im engen Austausch auf ihre Romanfigur vorbereitet und wurde so zur genauen Beobachterin und anteilnehmenden Erzählerin. 1975 in Bad Ischl geboren, studierte Andrea Grill Biologie und Sprachen in Salzburg, Thessaloniki und Tirana, lebte mehrere Jahre auf Sardinien und promovierte 2003 zur Doktorin der Philosophie.

Neben wissenschaftlichen Arbeiten schreibt die jetzt in Wien ansässige Autorin u.a. Gedichte, Essays und Romane und übersetzt aus dem Albanischen. Nach einem Stipendium am Literarischen Colloquium Berlin war Andrea Grill 2007 Teilnehmerin am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb und erhielt 2010 den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis.

Erfolge gefeiert hat die in Salzburg geborene Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager an den wichtigsten und größten Opern- und Konzerthäusern der Welt, wurde für ihre vielfältigen, einfühlsamen Rollengestaltungen und Interpretationen mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und beschreitet immer wieder neue Wege, wie z.B. mit Liedern von Konstantin Wecker, mit der "Liederreise" durch Österreich, auf der sie gemeinsam mit Robert Lehrbaumer am Klavier auch abseits der Festivalstädte dem Publikum Liedgesang näher bringen will. Im März wird Kammersängerin Angelika Kirchschlager wieder auf der Bühne der Wiener Staatsoper stehen, als Marcellina in "Die Hochzeit des Figaro", in dem Werk, in dem sie einst (1994) als "Cherubino" im Haus am Ring debütierte.

Präsentation: Renate Burtscher


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 help – das Ö1 Konsumentenmagazin


12:00 Ö1 Mittagsjournal


12:56 Ö1 heute


13:00 Le week-end
Mit Elke Tschaikner und Christian Scheib


14:00 Ö1 Hörspiel
Die besten Hörspiele des Jahres

Sie schmiegen sich erzählerisch an die Ohrmuschel, kitzeln Sie mit Sprach- und Klangspielen oder prallen hart auf das Trommelfell. Sie handeln von einem afrikanischen Nachtclub, führen uns ins Kunsthistorische Museum oder in die Klagenfurter Psychiatrie. Sind Radiokunst aus Denkkrümeln, Farben und Notizzetteln, pulsierend-oszillierende Wortgeflechte oder "Gesellschaft im Kasten": Die 27 Neuproduktionen des Jahres 2019 zeigten, wie vielseitig, inhaltlich wie formal, das Genre Hörspiel ist. Ö1 Hörer/innen haben gewählt und Kurt Reissnegger und Cornelia Krenn präsentieren die "besten Hörspiele des Jahres". Das Siegerstück wird bei der Ö1 Hörspiel-Gala am 28. Februar ausgezeichnet und am 29.2. wiederholt.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Klassik
mit Gerti Mittermeyer
Und eine neue Herausforderung

Die ersten beiden Februarwochen standen ganz im Zeichen des in Salzburg ausgetragenen "Internationalen Mozartwettbewerbs" der Universität Mozarteum. Er war heuer für die Instrumente Violine und Klavier ausgeschrieben und, erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs, für Horn. Zur bewährten Leitung von Geiger Benjamin Schmid und dem Pianisten Pavel Gililov übernahm Hansjörg Angerer den Juryvorsitz in der Sparte Horn. Die Abschlusskonzerte fanden am 5., 11. und 15. Februar statt. Auf dem Programm standen Konzerte von Mozart und Auftragswerke für Violine von Florian Willeitner, für Klavier von Krzysztof Meyer und für Horn von Michael Kapsner.


16:57 Ö1 heute


17:00 Nachrichten


17:05 Diagonal
Unter dem Deckmantel der Zweideutigkeit. Diagonal zur Person Otto Grünmandl

Seine "Alpenländischen Interviews", Kabarettprogramme wie "Einmannstammtisch", "Ich heiße nicht Oblomow" oder "Politisch bin ich vielleicht ein Trottel, aber privat kenn' ich mich aus" sind legendär. Doch der gelernte Elektrotechniker, Textilhändler im Familienbetrieb, und schließlich Autor, Kleinkünstler, Rundfunkredakteur und Schauspieler aus Hall in Tirol, war weniger Witzbold als streng gescheitelter Vermesser des Abgrundes. Um den Blick in die Tiefe zu schärfen, zermahlte Otto Grünmandl die Worte wie Nüsse. Witz und Komik ließ er nicht wie bei einer Pointenjagd in Simpl-Tradition knacken, sondern aus den Ritzen der Groteske schleichen. Er pflegte die "Ironie des Irrationalen" und tarnte sich – ohne sich dabei verstellen zu müssen, da es seinem privaten Naturell auch voll und ganz entsprach – mit dem Image des kauzigen und verschrobenen Tirolers. Dahinter steckte ein avantgardistischer Künstler. Aus der Sinnlosigkeit allen Tuns und Strebens entwickelte er seinen Sinn für das Absurde. Grünmandls wenig bekannte Lyrik, seine frühen Novellen und Erzählungen wurzeln in der traurigen Erfahrung von Migration, Krieg und Nationalsozialismus. Wegen der jüdischen Abstammung des Vaters wurde die Familie, die aus Böhmen nach Tirol gekommen war, zum Opfer von antisemitischer Anfeindung, Enteignung und Verfolgung. Im März 2000 starb Otto Grünmandl mit 75 Jahren.

Eine Sendung von Nicole Dietrich und Michael Neuhauser.


19:00 Nachrichten


19:05 Logos – Glauben und Zweifeln
"Was die Kirchen gegen die 'kleinen Freuden' des Lebens haben".

Am Faschingssamstag geht LOGOS der Frage nach, ob diese Klischees (noch) der Realität entsprechen. König David hat vor der Bundeslade halbnackt getanzt, Jesus von Nazareth galt zu Lebzeiten als "Fresser und Säufer", und im Gottesdienst kommt bis heute eine höchst berauschende Substanz wie Weihrauch zum Einsatz: Und trotzdem gelten die christlichen Kirchen eher als "vergnügungsfeindlich" – und scheinen eher Verzicht als Genuss zu predigen.

In einigen Kirchen der Reformation ist jede Form von Glückspiel, sogar das Kartenspiel, verpönt. Tanzen gilt sowieso als unanständig. Und jede Form des Alkohols ist gleichsam "des Teufels". Im Vergleich dazu gilt zwar die katholische Tradition fast schon als "permissiv". Doch auch da wird allenthalben zur Mäßigung aufgerufen. Und Sexualität gibt es da wie dort grundsätzlich nur in der Ehe.

Dass in vielen Bereichen strenge Regeln gegolten haben, beweist schon allein die Existenz einer "närrischen Zeit", wie der Fasching eine ist - in der sie dann begrenzt und ausnahmsweise aufgehoben worden sind.

Zum Höhepunkt und Ende des Faschings, am Faschingssamstag, geht LOGOS der Frage nach: Entsprechen diese Klischees (noch) der Realität? Wo liegen allenfalls die Wurzeln einer sittenstrengen Vergnügungsfeindlichkeit in den unterschiedlichen Ausprägungen des Christentums? Und warum scheint man es zu gewissen Zeiten, wie im Fasching, dann doch nicht so genau zu nehmen?

Gestaltung: Markus Veinfurter


19:30 Gioachino Rossini: "Ermione"
Mit Angela Meade (Ermione), Teresa Iervolino (Andromaca), John Irvon (Pirro), Antonio Siragusa (Oreste), Filippo Adami (Pilade), Gaia Petrone (Cleone), u.a.
Chor und Orchester des Teatro San Carlo di Napoli; Dirigent: Alessandro De Marchi (aufgenommen am 7. November 2019 im Teatro San Carlo di Napoli)


22:00 Nachrichten


22:05 Nachtbilder – Poesie und Musik
"wir gehen". Von Sandra Hubinger.
Gestaltung: Nikolaus Scholz
Redaktion: Edith-Ulla Gasser

"Sandra Hubinger gewinnt dem Natur- und Landschaftsgedicht neue Qualitäten ab". Das schreibt der Herausgeber Helwig Brunner zu diesem Lyrikband, der "das Genre zeitgenössisch interpretiert und fortentwickelt". Die detailreichen lyrischen Schilderungen, so Helwig Brunner, "beruhen auf genauer und geduldiger, fast wissenschaftlich beharrlicher und zugleich emotional durchlässiger Beobachtung. So wird das Naturgedicht zur hochaktuellen Herausforderung in Hinblick auf immer neu zu überprüfende Verhältnisse".

Sandra Hubinger ist in Oberösterreich aufgewachsen. Seit ihrem Studium der Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst lebt sie in Wien.


23:00 Nachrichten


23:03 Die Ö1 Jazznacht
5 Millionen Pesos: Martin Bayer im Studio und mit Andreas Waelti alias "Near" im Wiener RadioCafe. Erinnerungen an Cornelia Giese

Der Schweizer Kontrabassist Andreas Waelti studierte in Bern und Basel, um sich im Anschluss in der Berliner Szene einen Namen als stilistisch offener, vielseitiger Saitenmeister zu machen. Seit 2011 in Wien beheimatet, hat sich Waelti hier rasch den Status einer vielgefragten Szene-Fixgröße erspielt. Der 39-Jährige setzt im Trio "Tree" mit Pianist Georg Vogel und Schlagzeuger Michael Prowaznik ebenso Akzente als Co-Leader wie im Duo mit dem in Graz ausgebildeten Gitarristen Martin Bayer, den man aus verschiedenen Band-Konstellationen um Vokalistin Agnes Heginger und Saxofonist Clemens Salesny kennt.

"Near" als Name für diese Zweierkonstellation kommt nicht von ungefähr: Zwischen Waelti und Bayer entspinnen sich intime, kammermusikalische Dialoge, doch neben entschleunigten, Song-artigen Strukturen werden auch Erfahrungen mit freier Improvisation reflektiert. Christian Bakonyi präsentiert das Konzert dieses spannenden, dezibelreduzierten Duos vom 6. Dezember 2019 im Wiener RadioCafe, aufgenommen in der Reihe "5 Mio. Pesos", und plaudert mit Martin Bayer über seinen Werdegang und aktuelle Projekte.

Außerdem steht Musik der vor 20 Jahren viel zu früh verstorbenen Sängerin Cornelia Giese auf dem Programm, die – aus Berlin stammend – in Wien eine zweite Heimat gefunden hatte.

Gestlatung: Christian Bakonyi

*

Sonntag, 23. Februar 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Die Ö1 Jazznacht
(Fortsetzung) 5 Millionen Pesos: Martin Bayer im Studio und mit Andreas Waelti alias "Near" im Wiener RadioCafe. Erinnerungen an Cornelia Giese

01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten

Der Schweizer Kontrabassist Andreas Waelti studierte in Bern und Basel, um sich im Anschluss in der Berliner Szene einen Namen als stilistisch offener, vielseitiger Saitenmeister zu machen. Seit 2011 in Wien beheimatet, hat sich Waelti hier rasch den Status einer vielgefragten Szene-Fixgröße erspielt. Der 39-Jährige setzt im Trio "Tree" mit Pianist Georg Vogel und Schlagzeuger Michael Prowaznik ebenso Akzente als Co-Leader wie im Duo mit dem in Graz ausgebildeten Gitarristen Martin Bayer, den man aus verschiedenen Band-Konstellationen um Vokalistin Agnes Heginger und Saxofonist Clemens Salesny kennt.

"Near" als Name für diese Zweierkonstellation kommt nicht von ungefähr: Zwischen Waelti und Bayer entspinnen sich intime, kammermusikalische Dialoge, doch neben entschleunigten, Song-artigen Strukturen werden auch Erfahrungen mit freier Improvisation reflektiert. Christian Bakonyi präsentiert das Konzert dieses spannenden, dezibelreduzierten Duos vom 6. Dezember 2019 im Wiener RadioCafe, aufgenommen in der Reihe "5 Mio. Pesos", und plaudert mit Martin Bayer über seinen Werdegang und aktuelle Projekte.

Außerdem steht Musik der vor 20 Jahren viel zu früh verstorbenen Sängerin Cornelia Giese auf dem Programm, die – aus Berlin stammend – in Wien eine zweite Heimat gefunden hatte.

Gestaltung: Christian Bakonyi


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:55 Zwischenruf


07:00 Nachrichten


07:05 Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen
Lebensweisen – Glaubenswelten. Ein Panorama am Sonntagmorgen mit Reportagen und Berichten aus der Welt der Religion und Religionen


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Du holde Kunst
"Die Leute spiegeln den Spiegeln was vor". Gedichte von Erich Kästner.
Es spricht Hans Dieter Zeidler.

Von den schief Gelachten im Karneval der Missvergnügten bis zum Ich-Verlust im geträumten Gesichtertausch, vom tourismusfeindlichen Gewaltakt eines ruhebedürftigen Gebirges bis zur zweifelhaften Selbstwahrnehmung eines zornigen Kellners, von der Wundertüte Herz bis zum Maskenspiel der Zeit. Gedichte zum Februar von Erich Kästner in einer Aufnahme aus dem Jahr 1989. Dazu Musik von Gaetano Donizetti, Franz Danzi, Johannes Matthias Sperger, Saverio Mercadante und Gioacchino Rossini.

Gestaltung: Klaus Gmeiner und Michael Blees


09:00 Nachrichten


09:05 Gedanken
Wenn das Dorf stirbt. Die Filmregisseurin und Kunstschaffende Teresa Distelberger über das Absiedelungstendenzen, den Strukturwandel in ländlichen Regionen und Zukunftsvisionen dörflichen Zusammenlebens.
Ö1 Schwerpunkt "Reparatur der Zukunft"

Seit Jahrzehnten sinkt die Bevölkerungszahl im ländlichen Raum. Schulen, Geschäfte und Gasthäuser schließen. Dörfer sterben, die Landflucht hält an. "Wie kann das lebendig bleiben, was ein Dorf ausmacht?", fragt sich die Filmemacherin Teresa Distelberger. Sie macht sich Gedanken über die Gründe des Dorfsterbens, den Wert einer Dorfgemeinschaft und über die Zukunft des Lebens auf dem Land. Warum ziehen so viele Menschen in die Stadt? Wer weiß das Leben auf dem Land noch zu schätzen? Was für Vorzüge und Qualitäten hat ein Dorf im 21. Jahrhundert noch zu bieten? Und wieso betrifft das Thema auch Stadtbewohnerinnen und -bewohner?

Teresa Distelberger wurde 1981 geboren und wuchs in der niederösterreichischen Kleinstadt Herzogenburg auf. Sie studierte in Wien, Paris und Lancaster die Fächer Angewandte Sprachwissenschaften, Film und Gender Studies. 2019 absolvierte sie das Masterstudium "Arts in Practice" am Dutch Art Institute. Neben Kurz- und Dokumentarfilmen realisierte sie bereits zahlreiche Performances und Installationen. 2017 kam der Film "Die Zukunft ist besser als ihr Ruf" in die Kinos, den sie gemeinsam mit Niko Mayr, Gabi Schweiger und Nicole Scherg realisierte. "Rettet das Dorf" ist Teresa Distelbergers erster Langdokumentarfilm.

Gestaltung: Jakob Fessler


10:00 Nachrichten


10:05 Ambiente – von der Kunst des Reisens
Ambiente Spezial: 62° Nord 7° West – Faszination Färöer.
Eine Insel-Reportage von Winfried Schneider.

Die exponierte Gruppe von 18 Inseln mit ihren gerade einmal 51.000 Einwohner/innen gehört zwar zur dänischen Krone, ist aber weitestgehend autonom. Diese weitreichende Autonomie zeigt sich nicht zuletzt darin, dass die Färöer nicht Mitglied der Europäischen Union sind, obwohl Dänemark schon seit 1973 der EU angehört. Besonders stolz sind die Färinger – wie die Bewohner/innen der Inseln richtig genannt werden – auf die Tatsache, dass ihr Parlament eines der ältesten der Welt ist.

Möglicherweise trägt die Distanz zum Festland das Ihre bei: Wer mit der Fähre aus Dänemark kommt, hat immerhin eine gut 30 Stunden Fahrt über den Nordatlantik hinter sich, und die Anreise per Flugzeug kann durchaus holprig sein, offenbart aber schon aus der Luft die atemberaubende Schönheit der nicht selten menschenleeren Landschaften mit ihren baumlosen Bergen zwischen den tief eingeschnittenen Meeresarmen. Negative Schlagzeilen machen die Färöer dagegen mit der traditionellen Jagd auf Grindwale.


11:00 Nachrichten


11:03 Mozartwoche 2020 – Matinee (Dolby Surround)
Wiener Philharmoniker, Dirigent und Klavier: Lahav Shani; Walter Auer, Querflöte; Anneleen Lenaerts, Harfe. Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Flöte, Harfe und Orchester C-Dur KV 299; b) Konzert für Klavier und Orchester B-Dur KV 595; c) Symphonie g-Moll KV 550 (aufgenommen am 29. Jänner im Großen Festspielhaus Salzburg in)


11:50 (in der Pause) Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch


12:10 Matinee
Wiener Philharmoniker, Dirigent und Klavier: Lahav Shani (aufgenommen am 29. Jänner im Großen Festspielhaus Salzburg im Rahmen der "Mozartwoche 2020")


12:56 Ö1 heute


13:00 Ö1 Sonntagsjournal


13:10 gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz
Drei Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Österreich lösen mit Bernhard Fellinger raffinierte Rätsel aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Dabei kann allwöchentlich ein Gutschein für den ORF-Shop im Wert von 150 Euro erspielt werden. Zur Auswahl stehen erlesene Hörbücher, Klassiker aus der Kabarett-Edition, Aufnahmen des Radiosymphonieorchesters, Raritäten aus der Edition "Alte Musik" u.v.m.
Außerdem erhält jede Kandidatin, jeder Kandidat, die Ö1 Club-Mitgliedschaft, ein Jahresabo des Klassik-Streaming-Portals fidelio und eine Grafik aus der Ö1 Talentebörse. Die Besten der Besten spielen Ende Juni in einer öffentlichen Superchampions-Runde um eine Ö1 Kulturreise für zwei Personen, konkret um eine Nilkreuzfahrt ins alte Ägypten.

Wenn Sie selber mitspielen wollen, melden Sie sich an unter:
oe1.orf.at/quiz/anmeldung


14:00 Nachrichten


14:05 Menschenbilder
"Wo mein Auge mich hinführte, dort war mein Herz" – Die Schriftstellerin Marica Bodrozic

Marica Bodrozic hat bis zu ihrem zehnten Lebensjahr mit ihrem Großvater in Dalmatien gelebt. Die Einsamkeit des Kindes, das einfache Leben und der freie Blick in die südliche Natur sind zur Lebensgrundlage der Schriftstellerin geworden, die unter anderen mit dem Kranichsteiner Literaturpreis und mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet wurde.

1983 ist sie zu ihren Eltern nach Hessen gezogen und hat die deutsche Sprache gelernt, danach studierte Marica Bodrozic in Frankfurt Kulturanthropologie, Slawistik und Psychoanalyse. Nach Jahren in Paris und in spanischen Dörfern und einem USA-Aufenthalt lebt sie heute zusammen mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Gregor Hens, und ihrer kleinen Tochter Friederike in Berlin-Mitte.

18 Jahre war Marica Bodrozic, als der Krieg in Ex-Jugoslawien begann. Ihr Buch "Mein weißer Frieden" ist das Ergebnis einer Reise durch ihr erstes Land und die Auseinandersetzung mit den noch immer andauernden Traumata dieses Krieges. Ihr Werk umfasst etwa die Romane "Das Wasser unserer Träume" sowie "Kirschholz und alte Gefühle", die autobiografische Prosa "Sterne erben, Sterne färben". "Meine Ankunft in Wörtern", die Gedichtbände "Lichtorgeln und Quittenstunden" sowie jüngst die Essaysammlung "Poetische Vernunft im Zeitalter gusseiserner Begriffe" und wurde in 13 Sprachen übersetzt.


14:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Oper
mit Michael Blees.
Das Wiener Staatsopernmagazin. Ausschnitte aus aktuellen Aufführungen der Wiener Staatsoper


16:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen
Moderation: Peter Zimmermann Unter Verwandelten

Thomas Brussig: Die Verwandelten, Roman, Wallstein Verlag

Valerie Fritsch: Herzklappen von Johnson & Johnson, Roman, Suhrkamp Verlag

Ewan Morrison: Nina X, Roman, Marix Verlag (Übersetzung: Christian Lux)

Katya Apekina: Je tiefer das Wasser, Roman, Suhrkamp Verlag

Dirk Kurbjuweit: Haarmann, Kriminalroman, Penguin Verlag
Gespräch mit dem Autor


16:55 Ö1 heute


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:10 Spielräume Spezial
Die Göttliche, die Stürmische, die Klassische: Elizeth Cardoso, Elza Soares, Beth Carvalho

Sie kamen aus sehr unterschiedlichen Gegenden und sozialen Schichten von Rio de Janeiro und trugen den gleichen Vornamen in Variation: Elizeth Cardoso, die feinfühlige lyrische Romantikerin, Elza Soares, die ungestüme schwarze Powerfrau, und Beth Carvalho, die kraftvolle elegante Perfektionistin. Alle drei haben in ihren enorm langen Karrieren mit ihrer Stimme, ihrer Persönlichkeit und ihrem ganz eigenen Stil den Samba aus Rio entscheidend geprägt.

Gestaltung: Michael Neuhauser


17:55 Ö1 intro


18:00 Ö1 Abendjournal


18:15 Moment am Sonntag
Eine Frage des Geldes.
Die unzähligen Verflechtungen von Sport und Politik

Sport-Politik ist ein Abbild der Gesellschaft. Wo es um Geld geht – und zwar um sehr viel - zeigen sich die Mechanismen der Macht. Das sieht man bei der Vergabe von Großereignissen, zum Beispiel von Fußball-Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen, die oft nach dubiosen Kriterien erfolgen. Die Stellung der Frauen im Sport, das Thema Migration und vieles andere ist abhängig von politischen Entscheidungen. Politiker instrumentalisieren Sportler und Sportlerinnen für ihre Interessen.

Gesellschaftspoltisch relevante Anliegen wie Klimawandel oder gerechte Verteilung der Ressourcen werden im Sport kaum adäquat umgesetzt. Wenn immer wieder behauptet wird, im Sport hat die Politik keinen Platz, dann ist das schlicht die Unwahrheit.


18:55 Magazin des Glücks
Von und mit Franz Schuh


19:00 Nachrichten


19:05 Contra – Kabarett und Kleinkunst
Kabarettgipfel – die Werkschau des deutschsprachigen Kabaretts in Wien.

Letzten Dezember ging "Der Kabarettgipfel" in die sechste Runde! Eine Art Symposion des gepflegten Humors in wechselnder Besetzung. Diesmal boten Lukas Resetarits, Andreas Vitásek, Alex Kristan, Omar Sarsam und das Duo BlöZinger Ausgewähltes aus ihrem umfangreichen Satire-Fundus. Ein Abend an dem sich das deutschsprachige Kabarett von der besten Seite zeigt. Für die musikalische Begleitung sorgte das A capella Ensemble DIE ECHTEN.

Contra bietet außerdem auch eine Vorschau auf den 7. Wiener Kabarettgipfel, der am 2. und 3. März über die Bühne der Stadthalle gehen wird. Auf der Bühne werden sich dann Thomas Stipsits, Klaus Eckel, Christoph Fritz, Martina Schwarzmann und Gabriel Vetter einfinden.

Gestaltung: Silvia Lahner


19:30 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


19:33 Ö1 Kunstsonntag: Radiosession
"Zwölf nach vier" im Studio 2 des Wiener Funkhauses

Im Herbst 2013 haben sich Saxofonist Robert Unterköfler, seines Zeichens Gewinner des Ö1-Jazzstipendiums 2018, E-Bassist Robin Gadermaier und Schlagzeuger Valentin Duit zu einem Trio zusammengeschlossen, um unterschiedlichste Konzepte von Komposition und Improvisation sowie deren wechselseitiger Durchdringung zu erproben. Unzählige Stunden gemeinsamen Forschens und Arbeitens später präsentiert sich "Zwölf nach vier" als ein selbstbewusstes Ensemble mit unverwechselbarem Bandsound. Die drei Musiker, die einander nun in- und auswendig kennen, verbinden detailliert ausgearbeitete Eigenkompositionen mit intensivem und spontanem Interplay. Unverblümt, originell und virtuos.

Gestaltung: Klaus Wienerroither


20:15 Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren
Jagd nach Jára Cimrman. Der böhmischste Böhme von Böhmen.

Der berühmteste Tscheche der Welt heißt nicht Václav Havel oder Bedrich Smetana, sondern Jára Cimrman. Nur hat es das Universalgenie Cimrman nie gegeben. Der ganze Stolz des Landes ist eine Erfindung aus den 1960ern. Drei subversive Theaterleute haben sich diesen genialisch scheiternden Typen ausgedacht, um dem kommunistischen Regime zu trotzen. Bis zur "samtenen Revolution" funktionierte das Phänomen Cimrman am besten als überzeitliche Figur, die im Böhmen der k.u.k.Monarchie ihr Wesen getrieben haben könnte – und deshalb hat sie sich bis heute gehalten: Auch im Prag des Jahres 2019 mischt sich Cimrman unter die Demonstranten.

Nach Jára Cimrman sind Straßen und Plätze benannt; die Stücke des Cimrman-Theaters in Prag, die sich seinem grenzenlosen Werk widmen, sind ständig ausverkauft.

Das Feature geht dem Wesen des tschechischen Humors nach, dem speziell ? böhmischen' Widerstand gegen gesellschaftliche und politische Zwänge. Gefälschte Dokumente und echte Augenzeugen verweisen auf das verwickelte Wirken des Phantoms – und führen mitten hinein in die wahnwitzige tschechische Gegenwart, die ihren Jára Cimrman dringender braucht denn je.

Feature von Tabea Soergel und Martin Becker.


21:00 Ö1 Kunstsonntag: Milestones
Meilenstein des frei improvisierten Vokal-Jazz: Patty Waters

1964, im Alter von 18 Jahren, zieht die aus Iowa stammende Patty Waters nach New York, wo der Saxofonist Albert Ayler auf sie aufmerksam wird. Ayler ist es auch, der der Sängerin den ersten Plattenvertrag beim Label ESP-Disk verschafft, bei dem 1965 Patty Waters Album "Sings" erscheint. Die A-Seite der Platte enthält sieben Eigenkompositionen, balladeske Miniaturen, bei denen sich die Sängerin selbst am Klavier begleitet. Und die bei einer Dauer von maximal drei Minuten durch hohe Intensität bestechen.

Die B-Seite besteht aus nur einem Titel, dem Folk-Song "Black Is The Color Of My True Love's Hair". Patty Waters' Gesang beeindruckt hier durch expressive vokale Ausbrüche, vergleichbar den freien Improvisationen eines Free-Jazz-Saxofonisten. Als Begleiter agieren Pianist Burton Greene, Bassist Steve Tintweiss und Tom Price, Percussion. Allein mit diesem Titel sorgt Patty Waters, die später nur noch wenige weitere Plattenaufnahmen machen wird, für einen Meilenstein in der Geschichte des frei improvisierten Vokal-Jazz und beeinflusst damit Musikerinnen wie Diamanda Galas.

Gestaltung: Christian Bakonyi


21:40 Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte
"Die Zone". Von Josef Kleindienst.
Gestaltung: Michaela Monschein


22:00 Nachrichten


22:05 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


22:08 Ö1 Kunstsonntag: Jet Lag All Stars Radio Show
Gedankensprünge aus dem Musterbuch des Jetlags

Dort, wo Heiliges und Alltag, Ekstase und To-do-Liste zusammentreffen, präsentieren die Jet Lag All Stars Musik, Gespräche, Reportagen und Essays vom äußersten Rand der Woche. Die Jet Lag All Star Radio Show ist die Bügelfalte des Kunstsonntags.

Gestaltung: Robert Czepel, Rainer Elstner, Alexander Ach Schuh, Thomas Tesar, Elke Tschaikner, Christian Scheib und Klaus Wienerroither


22:55 Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In


23:00 Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio
"Knallfunken" von Raviv Ganchrow, Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2019

Der 1972 in den USA geborene Künstler und Klangforscher Raviv Ganchrow nutzte für "Knallfunken" die Großfunkstelle Nauen in Brandenburg Deutschland, den ältesten noch in Betrieb befindlichen Radiosender der Welt.

Bei Hochspannung kommt es zu Funkenbildung. Dieses physikalische Gesetz ist Vorrausetzung für die drahtlose Kommunikation. Man könnte daher sagen: Die Bezähmung von Blitzen läutete die Geburtsstunde des Radios ein.

Das Hörstück "Knallfunken" nutzt Miniaturblitze, um Funkenbildungen hörbar zu machen. An den Blitzableitern der Funkstation Nauen empfing Raviv Ganchrow Impulse weit entfernter Gewitter. Das Hörstück gleicht einem Schaltkreis aus spannungsgeladenen Spulen, funkenprühenden Kupferverbindungen, tropischen Gewittern, wandernden Kranichen, schwärmenden Bienen, Gegenden in Zentralasien und Südamerika, ionosphärischen Brechungen und Herbstwind.

"Knallfunken" wurde mit dem internationalen Radiokunstpreis Prix Phonurgia Nova 2019 ausgezeichnet.

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Montag, 24. Februar 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Du holde Kunst

(Wiederholung von 8:15 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Im Dialog mit der Kunst". Mit der spirituellen Bild-Sprache von Mark Rothko beschäftigt sich Gustav Schörghofer, Jesuit und Künstlerseelsorger.

An moderne Fastentücher erinnern die späten Gemälde des großen amerikanischen Künstlers Mark Rothko, der am 25. Februar 1970 gestorben ist: große Farbflächen, reduziert und doch reichhaltig; flächige Bilder, oft mit Rottönen, die die Betrachtenden zum meditativen Dialog mit dem Kunstwerk einladen. "Es ging ihm um die großen Fragen der Menschheit", sagte sein Sohn Christopher Rothko: "Warum sind wir hier? Was passiert, wenn wir sterben? Gibt es einen Gott?" Der Theologe und Kunsthistoriker Gustav Schörghofer nimmt den 50. Todestag von Mark Rothko – und die Schwelle vom Fasching zur Fastenzeit – für seine spirituelle Bild-Sprache wahr.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Das Völkerrecht
Spielregeln gegen die globale Unordnung (1).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

Ein Vertrag, den die beiden mesopotamischen Stadtstaaten Lagasch und Umma im Jahr 3100 v.Chr. schlossen, belegt: Schon lange vor unserer Zeitrechnung machten sich Herrscher nicht nur darüber Gedanken, welche Normen innerhalb ihres eigenen Machtbereichs gelten sollten. Sie waren auch an übergeordneten Spielregeln interessiert, die die Beziehungen diverser Herrschaftsgebiete zueinander ordnen sollten, also eine Art früher und rudimentärer Form des Völkerrechts.

Das Völkerrecht – oder internationale Recht -, wie wir es heute kennen, entwickelt sich vor allem im 19. Und 20. Jahrhundert und wird im 21. Jahrhundert ständig erweitert. Umwelt, Weltraum und der virtuelle Raum sind nur einige aktuelle Beispiele. Recht auf der einen und die politischen Interessen der Staaten auf der anderen Seite stehen dabei in einem ständigen und komplexen Wechselspiel.

Zwar gibt es inzwischen unzählige internationale Verträge und Abkommen, große Organisationen wie die UNO, internationale Gerichtshöfe und vieles mehr, doch deren Zuständigkeiten, Bedeutung und "korrekte" Auslegung sind häufig umstritten.

Das zeigt sich beispielsweise bei der Frage, wann Gewaltanwendung, militärische Interventionen und Präventivschläge gerechtfertigt sind, oder was Vorrang hat – Wirtschaftsinteressen oder Rechte von Indigenen. Grundlegendes Ziel des Völkerrechts wäre es, die Voraussetzungen für eine stabile globale Friedensordnung festzulegen. Tatsächlich aber unterscheiden sich die Vorstellungen von Souveränität und Rechtsgestaltung zwischen den großen Spielern, den USA, der EU, China und Russland oft signifikant.


09:30 Radiokolleg – Reparatur der Zukunft
Casting neuer Ideen (1).
Gestaltung: Sarah Kriesche

Ilse Huber, Stefan Niederwieser, Viktoria Waldegger, Margit Atzler Unter oe1.orf.at/zukunft wird das Zukunftspotenzial Österreichs präsentiert. Eingeladen sind 20- bis 30-Jährige in kurzen Videoclips vorzustellen, was sie neu und anders machen. Im Fokus steht eine Generation, für die das Internet niemals neu war und die im Schatten der Erderwärmung erwachsen wurde.

Was ist gefragt? Innovative Ideen, die heute bestehende Technologien, Dienstleistungen sowie gesellschaftliche und politische Prozesse verändern oder ersetzen sollen und damit zur "Reparatur der Zukunft" beitragen. Ideen, die Probleme erkennen, und Lösungen anbieten: von Klimaschutz, Armutsbekämpfung, bis zu innovativen Businessideen, von privaten Gesprächsrunden, Podcasts, Umweltschutz, Sharing-Initiativen bis zu Forschungsprojekten, von digitalen Apps, Fashion, Lernhilfen, Events, Partys, sozialen Innovationen bis hin zu selbstproduzierten Dingen aller Art. Erlaubt ist alles, was selbstgemacht, selbstorganisiert und selbstgedacht wird.

Das Radiokolleg berichtet über eingereichte Projekte, wie die Zukunft im Jetzt repariert werden kann.


09:45 Radiokolleg – London – ewiger Quell der Popmusik?
Eine persönliche Spurensuche (1).
Gestaltung: Robert Rotifer

Seit mehr als einem halben Jahrhundert, den Beatles sei Dank, ist London eine Welthauptstadt der Popkultur. Das war auch der Grund, warum der Wiener Journalist Robert Rotifer einst dorthin zog, um aus der Mitte der dortigen Szene zu berichten.

23 Jahre später fragt er sich, ob er bloß zu alt geworden oder die globale Strahlkraft, der vom Brexit und dem Niedergang der Musikindustrie gebeutelten britischen Hauptstadt tatsächlich verblasst sein könnte.

In Soho, wo einst an jeder Ecke Live-Musik zu hören war, gibt es faktisch keine Live-Clubs mehr, die "Grassroots" des Live-Geschehens haben sich längst in den fernen Osten und Süden der Stadt verpflanzt. Doch selbst dort kämpft die Szene ums Überleben – meist ohne Gage. Solche Vorstadt-Phänomene gleichen eher jenen der Pop-Provinz als denen einer Pop-Metropole.

Doch wenn die Dinge wirklich so schlecht stehen, woher kam dann die aktuelle Explosion der jungen Londoner Jazz-Szene? Und wenn nicht weiße Bands, sondern Grime-Stars wie Stormzy heute Londons musikalische Aushängeschilder sind, wieso ziehen sich dann die dämonisierten Drill-Rapper auf den Mikrokosmos per Youtube und auf der Straße ausgetragener Kleinkriege zwischen Bewohnern rivalisierender Postleitzahlen zurück? Oder manifestiert sich in all diesen parallel existierenden, kleinen Welten vielmehr das Ende der Ära des Hypes rund um das alle vereinende "next big thing"?

In seiner Radiokolleg-Serie verlässt Robert Rotifer seine eingetretenen Pfade auf der Suche nach Londons junger Szene und der Zukunft der Popkultur.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Eva Teimel
Zum 250. Geburtstag von Anton Reicha

Alle Welt feiert Beethoven. Doch im selben Jahr, konkret am 26. Februar 1770, wurde in Prag der Komponist, Musikpädagoge und Flötist Anton Reicha geboren. Mit Beethoven war der tschechische Komponist gut befreundet – er wirkte u.a. in Bonn, in Hamburg, in Paris, aber auch in Wien. Und er war ein Musiker, der "voll Leidenschaft für die Sache des Fortschritts eintritt", wie es Hector Berlioz einst formulierte.

Vor allem der junge Anton Reicha galt als Visionär – er war philosophisch wie naturwissenschaftlich gleichermaßen interessiert, begab sich auf experimentelles Terrain auf dem Gebiet der Komposition und arbeitete auch systematisch zum Thema der Kompositionslehre. Insbesondere mit seinen neuartigen Kompositionen für Bläserensemble sorgte er für Aufsehen, und auch seine musiktheoretischen Schriften gewannen an Einfluss. Was Reicha zudem auszeichnete: er setzte sich, entgegen aller gesellschaftlichen Normen, für die Förderung von Komponistinnen ein.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Spaziergang" von Joseph Roth und "Über das Spazierengehen" von Jean Paul.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Andreas Maurer.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Alte Musik im Konzert. Concerto Köln, Simone Kermes, Sopran. Opernarien und Instrumentalmusik von Georg Friedrich Händel (aufgenommen am 30. April 2019 im Rokokotheater des Schwetzinger Schlosses im Rahmen der "Schwetzinger Festspiele 2019").
Präsentation: Jörg Duit


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Passagen
"Und jetzt?! Von Überzeugungen, Haltungen und Taten"
Mit der Schauspielerin Katharina Stemberger, der Dokumentarfilmerin Rania Mustafa Ali und dem Poetry-Slammer Omar Khir Alanam
Aufzeichnung aus dem RadioCafe des RadioKulturhauses vom 11.10.2019
Moderation und Bearbeitung: Bernhard Fellinger

2016 plante Rania Mustafa Ali ihre Flucht aus Syrien nach Europa, mit einer Kamera zu dokumentieren. Sie absolvierte in Kobane einen zweiwöchigen Crashkurs bei einem norwegischen Filmemacher, bevor sie zu ihrer Odyssee aufbrach, die sie letzten Endes nach Österreich führte.

Über drei Millionen Menschen haben die Dokumentation bisher gesehen. Omar Khir Alanam ist 2014 aus Syrien geflohen, weil er nicht als Soldat in der Armee von Baschar al-Assad eintreten wollte. Vor einem Jahr veröffentlichte er das Buch "Danke: Wie Österreich meine Heimat wurde", das er allen widmet, die ihn in den letzten Jahren unterstützt haben. Zurzeit macht er in Graz eine Ausbildung zum Sozialbetreuer und tritt als Poetry-Slammer in deutscher Sprache auf.

Ein Abend mit Texten, Performances und Gesprächen, die um Themen wie Heimatverlust, Leben und Denken in einer neuen Sprache, Angst um Familienangehörige im Kriegsgebiet, Widerstand via Social Media und die Erwartungen an das eigene Leben kreisen.


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Astrid Schwarz und Rainer Elstner.


17:55 Betrifft: Geschichte
Zur Geschichte der Psychiatrie. Mit Monika Ankele, Medizinhistorisches Museum Hamburg, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin Universitätsklinikum Hamburg – Eppendorf.

Die Geschichte der Psychiatrie als medizinischer Disziplin ist relativ jung. Im 18. Jahrhundert begann man, die "Irren" nicht mehr als vom Bösen Besessene zu betrachten, sondern als Kranke, die Fürsorge und medizinischer Behandlung bedürfen – und damit eigener Bauten. In der Architektur spiegelt sich die gesellschaftliche Haltung gegenüber psychisch Erkrankten wider. Der von Kaiser Josef II. 1784 errichtete "Narrenturm" war die erste psychiatrische Anstalt Kontinentaleuropas, glich jedoch einem Gefängnis zur Verwahrung von "Insassen".

Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstanden an den Rändern großer Städte psychiatrische Krankenhäuser, etwa 1907 die Nervenheilanstalt "am Steinhof". In dieser Zeit entwickelte sich in Österreich die Psychiatrie als wissenschaftliche Disziplin und brachte bedeutende Innovationen hervor. Auf diese Hochblüte folgte mit dem Nationalsozialismus das dunkelste Kapitel. Psychisch erkrankte und behinderte Menschen wurden infolge der sogenannten "Euthanasie" ermordet. Diese Zeit sollte in der Psychiatrie noch lange negativ nachwirken.

Was die Behandlung betrifft, waren Elektroschocks, Insulinschocks und absichtlich ausgelöste Malaria noch bis in die 1950er-Jahre verbreitet. Dann brachten Psychopharmaka und später auch die begleitende Psychotherapie für die Patienten große Erleichterungen. Ein grundlegender Wandel in der Psychiatrie setzte in Italien bereits in den 1960er-Jahren ein, in Österreich erst in den 80ern. Die Reformen setzten auf individuellere, dezentralisierte und ambulante Versorgungsstrategien. Die Integration psychisch Erkrankter sollte deren Ausgrenzung ablösen, Freiwilligkeit den Zwang.

Gestaltung: Isabelle Engels


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Zum Phänomen der Extremsportarten
Von Daphne Hruby

Den Helm aufgesetzt, die Skier angeschnallt und schon geht es los. Das Paar fährt den Steilhang hinab. Doch anstatt ins Tal zu wedeln, heben die beiden plötzlich ab. Ihre Beine baumeln samt Skiern 1.600 Meter über dem Boden. Unter ihnen ziehen verschneite Berggipfel, Bäume und Häuser in Ameisenformat vorbei. Die zwei betreiben "Speed-Flying", eine Form des Gleitschirmfliegens – und eine Risikosportart.

Um diese Ertüchtigung in luftigen Höhen zu meistern, braucht es viel Training, Erfahrung und vor allem starke Nerven. Ist es dieser Nervenkitzel, die viel bemühte Grenzerfahrung, die immer mehr Sportler und Sportlerinnen dazu antreibt? Oder sind es die Medien, die für diese Lust am Kick gut bezahlen und selbst noch besser daran verdienen?


19:30 On stage
Virtuoser Dialog der Generationen: Michel Portal und Vincent Peirani

Ein musikalischer Generationendialog der exquisiten Art war am Abend des 10. April 2019 im Mittleren Saal des Linzer Brucknerhauses zu erleben: Da war einerseits Michel Portal, der zu diesem Zeitpunkt 83-jährige Klarinettist und Grandseigneur, der in den 1960er Jahren mit Karlheinz Stockhausen und Mauricio Kagel gearbeitet hat, ehe er die Freiheit der improvisierten Musik für sich entdeckte – und u. a. im Duo mit Akkordeonist Richard Galliano für Furore sorgte. Und da war der beinahe 45 Jahre jüngere Akkordeonist Vincent Peirani aus Nizza, einer der aktuellen Shootingstars des französischen Jazz. Was die beiden Instrumentalisten im hochsensiblen Interplay entfachten, war nichts weniger als ein virtuoses Feuerwerk der Ideen, sinnlich und geistreich. Marlene Schnedl präsentiert den großartigen Konzertabend.

Gestaltung: Marlene Schnedl


21:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Das Völkerrecht. Spielregeln gegen die globale Unordnung (1).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

Reparatur der Zukunft. Casting neuer Ideen (1).
Gestaltung: Mirela Jasic

Sarah Kriesche, Ilse Huber, Irmgard Wutscher
London – ewiger Quell der Popmusik? Eine persönliche Spurensuche (1).
Gestaltung: Robert Rotifer


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Das Geburtstagskonzert von Zdzislaw Wysocki

Am 1. Oktober 2019 war der gebürtige Pole Zdzislaw Wysocki 75 Jahre und 75 Tage alt. Ein willkommener Anlass für seine Freund/innen und Förderer/innen, für ihn ein Geburtstagskonzert zu veranstalten. Im ORF RadioKulturhaus brachten Mitglieder des Ensembles Wiener Collage Werke des Jubilars zur Aufführung, darunter auch sieben der über hundert Etüden, die Wysocki bereits geschrieben hat.

Seine 109. Etüde erlebte an diesem Abend übrigens ihre Uraufführung. Ebenfalls zum ersten Mal zu hören war das Opus 80 des Komponisten: Es trägt den Titel "Seltsame Sachen" und ist ein Werk für Sprecherin und Kammerensemble. Die Texte stammen von Hans Magnus Enzensberger, Samuel Beckett, Ernst Jandl und Günter Grass. Wysocki hat das Stück gemeinsam mit der Burgschauspielerin Sylvie Rohrer konzipiert. Sie war die Sprecherin der Uraufführung.

Gestaltung: Ursula Strubinsky

*

Dienstag, 25. Februar 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Im Dialog mit der Kunst". Mit der spirituellen Bild-Sprache von Mark Rothko beschäftigt sich Gustav Schörghofer, Jesuit und Künstlerseelsorger.

An moderne Fastentücher erinnern die späten Gemälde des großen amerikanischen Künstlers Mark Rothko, der am 25. Februar 1970 gestorben ist: große Farbflächen, reduziert und doch reichhaltig; flächige Bilder, oft mit Rottönen, die die Betrachtenden zum meditativen Dialog mit dem Kunstwerk einladen. "Es ging ihm um die großen Fragen der Menschheit", sagte sein Sohn Christopher Rothko: "Warum sind wir hier? Was passiert, wenn wir sterben? Gibt es einen Gott?" Der Theologe und Kunsthistoriker Gustav Schörghofer nimmt den 50. Todestag von Mark Rothko – und die Schwelle vom Fasching zur Fastenzeit – für seine spirituelle Bild-Sprache wahr.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Das Völkerrecht
Spielregeln gegen die globale Unordnung (2).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

Ein Vertrag, den die beiden mesopotamischen Stadtstaaten Lagasch und Umma im Jahr 3100 v.Chr. schlossen, belegt: Schon lange vor unserer Zeitrechnung machten sich Herrscher nicht nur darüber Gedanken, welche Normen innerhalb ihres eigenen Machtbereichs gelten sollten. Sie waren auch an übergeordneten Spielregeln interessiert, die die Beziehungen diverser Herrschaftsgebiete zueinander ordnen sollten, also eine Art früher und rudimentärer Form des Völkerrechts.

Das Völkerrecht – oder internationale Recht -, wie wir es heute kennen, entwickelt sich vor allem im 19. Und 20. Jahrhundert und wird im 21. Jahrhundert ständig erweitert. Umwelt, Weltraum und der virtuelle Raum sind nur einige aktuelle Beispiele. Recht auf der einen und die politischen Interessen der Staaten auf der anderen Seite stehen dabei in einem ständigen und komplexen Wechselspiel.

Zwar gibt es inzwischen unzählige internationale Verträge und Abkommen, große Organisationen wie die UNO, internationale Gerichtshöfe und vieles mehr, doch deren Zuständigkeiten, Bedeutung und "korrekte" Auslegung sind häufig umstritten.

Das zeigt sich beispielsweise bei der Frage, wann Gewaltanwendung, militärische Interventionen und Präventivschläge gerechtfertigt sind, oder was Vorrang hat – Wirtschaftsinteressen oder Rechte von Indigenen. Grundlegendes Ziel des Völkerrechts wäre es, die Voraussetzungen für eine stabile globale Friedensordnung festzulegen. Tatsächlich aber unterscheiden sich die Vorstellungen von Souveränität und Rechtsgestaltung zwischen den großen Spielern, den USA, der EU, China und Russland oft signifikant.


09:30 Radiokolleg – Reparatur der Zukunft
Casting neuer Ideen (2).
Gestaltung: Sarah Kriesche, Ilse Huber, Stefan Niederwieser, Viktoria Waldegger, Margit Atzler

Unter oe1.orf.at/zukunft wird das Zukunftspotenzial Österreichs präsentiert. Eingeladen sind 20- bis 30-Jährige in kurzen Videoclips vorzustellen, was sie neu und anders machen. Im Fokus steht eine Generation, für die das Internet niemals neu war und die im Schatten der Erderwärmung erwachsen wurde.

Was ist gefragt? Innovative Ideen, die heute bestehende Technologien, Dienstleistungen sowie gesellschaftliche und politische Prozesse verändern oder ersetzen sollen und damit zur "Reparatur der Zukunft" beitragen. Ideen, die Probleme erkennen, und Lösungen anbieten: von Klimaschutz, Armutsbekämpfung, bis zu innovativen Businessideen, von privaten Gesprächsrunden, Podcasts, Umweltschutz, Sharing-Initiativen bis zu Forschungsprojekten, von digitalen Apps, Fashion, Lernhilfen, Events, Partys, sozialen Innovationen bis hin zu selbstproduzierten Dingen aller Art. Erlaubt ist alles, was selbstgemacht, selbstorganisiert und selbstgedacht wird.

Das Radiokolleg berichtet über eingereichte Projekte, wie die Zukunft im Jetzt repariert werden kann.


09:45 Radiokolleg – London – ewiger Quell der Popmusik?
Eine persönliche Spurensuche (2).
Gestaltung: Robert Rotifer

Seit mehr als einem halben Jahrhundert, den Beatles sei Dank, ist London eine Welthauptstadt der Popkultur. Das war auch der Grund, warum der Wiener Journalist Robert Rotifer einst dorthin zog, um aus der Mitte der dortigen Szene zu berichten.

23 Jahre später fragt er sich, ob er bloß zu alt geworden oder die globale Strahlkraft, der vom Brexit und dem Niedergang der Musikindustrie gebeutelten britischen Hauptstadt tatsächlich verblasst sein könnte.

In Soho, wo einst an jeder Ecke Live-Musik zu hören war, gibt es faktisch keine Live-Clubs mehr, die "Grassroots" des Live-Geschehens haben sich längst in den fernen Osten und Süden der Stadt verpflanzt. Doch selbst dort kämpft die Szene ums Überleben – meist ohne Gage. Solche Vorstadt-Phänomene gleichen eher jenen der Pop-Provinz als denen einer Pop-Metropole.

Doch wenn die Dinge wirklich so schlecht stehen, woher kam dann die aktuelle Explosion der jungen Londoner Jazz-Szene? Und wenn nicht weiße Bands, sondern Grime-Stars wie Stormzy heute Londons musikalische Aushängeschilder sind, wieso ziehen sich dann die dämonisierten Drill-Rapper auf den Mikrokosmos per Youtube und auf der Straße ausgetragener Kleinkriege zwischen Bewohnern rivalisierender Postleitzahlen zurück? Oder manifestiert sich in all diesen parallel existierenden, kleinen Welten vielmehr das Ende der Ära des Hypes rund um das alle vereinende "next big thing"?

In seiner Radiokolleg-Serie verlässt Robert Rotifer seine eingetretenen Pfade auf der Suche nach Londons junger Szene und der Zukunft der Popkultur.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Robert Fontane.
Im Bann der guten Geister – Wagners "Meistersinger" in Wien

Eigentlich hätte Richard Wagners Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" schon bei den Eröffnungs-Vorstellungen der Wiener Hofoper, im Jahr 1869 im Haus am Ring erklingen sollen, aber aus verschiedenen Gründen wurde die Wiener Erstaufführung seitens der Direktion dann doch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die Vorbereitungen zu Wagners Mammut-Komödie haben sich in weiterer Folge dermaßen anstrengend und zeitaufwendig gestaltet, dass auch der für Jänner 1870 angesetzte Termin immer weiter nach hinten verlegt werden musste.

Das Werk wurde dem Wiener Publikum dann schließlich am 27. Februar 1870 zum ersten Mal vorgestellt, aber sowohl die Premiere, als auch die Folgevorstellungen haben unter keinem guten Stern gestanden: Heiserkeit und Ermüdungserscheinungen machten sich in den Hauptrollen bemerkbar, zudem konnten die Wiener mit Wagners Musik nicht viel anfangen. Wagners Gegner haben die Aufführung mit Pfiffen und Unmutsäußerungen lautstark boykottiert. Erst im Lauf der Jahre konnten sich die "Meistersinger" im Spielplan der Wiener Oper etablieren, zahlreiche Aufführungen haben mittlerweile stattgefunden, an denen auch der kritische Komponist selbst sein Gefallen gefunden hätte. An diesem Faschingsdienstag, 150 Jahre nach der Wiener Erstaufführung erinnern wir an bedeutende Wiener "Meistersinger"-Interpreten sowie an Aufnahmen, die in Wien entstanden sind.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Ich bin nicht so, ich bin nicht so". Von Kjell Askildsen. Aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Es liest Peter Fröhlich.

Ein Krankenbesuch bei seiner Schwester bringt für den Erzähler eine ungewöhnliche Begegnung mit sich. Der alte Mann, der nur mit Mühe die Treppen im Stiegenhaus bewältigt, scheint einen Widerspruch zu verkörpern: So heruntergekommen seine äußere Erscheinung ist, so distinguiert wirken seine Stimme und auch die Gesichtszüge.

Dass der Unbekannte ein Geheimnis birgt, scheint auf der Hand zu liegen. Als die beiden Männer ins Gespräch kommen, bleibt vorerst alles im Dunkeln.

Gestaltung: Karin Buttenhauser
Präsentation: Nicole Dietrich


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Marie-Theres Himmler.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Benjamin Schmid, Pekka Kuusisto und Ilya Gringolts, Violine; James Boyd, Viola; Sebastian Klinger, Violoncello, Nicolas Altstaedt, Violoncello; Knut Erik Sundquist, Kontrabass; Irena Kavcic, Flöte; Matthew Hunt, Klarinette; Bram van Sambeck, Fagott; Tine Thing Helseth, Trompete; Cristina Barbuti, Alexander Lonquich und Aleksandar Mad?ar, Klavier; Johannes Fischer, Schlagwerk.
Robert Schumann: Carnaval op. 9 * Camille Saint-Saëns: Le Carnaval des animaux * Bohuslav Martinu: La Revue de cuisine (aufgenommen im Juli 2014 auf Burg Lockenhaus im Rahmen des "33. Kammermusikfestes Lockenhaus 2014").
Präsentation: Gerhard Krammer


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Tonspuren
Jagd nach Jára Cimrman. Der böhmischste Böhme von Böhmen.

Der berühmteste Tscheche der Welt heißt nicht Václav Havel oder Bedrich Smetana, sondern Jára Cimrman. Nur hat es das Universalgenie Cimrman nie gegeben. Der ganze Stolz des Landes ist eine Erfindung aus den 1960ern. Drei subversive Theaterleute haben sich diesen genialisch scheiternden Typen ausgedacht, um dem kommunistischen Regime zu trotzen. Bis zur "samtenen Revolution" funktionierte das Phänomen Cimrman am besten als überzeitliche Figur, die im Böhmen der k.u.k.Monarchie ihr Wesen getrieben haben könnte – und deshalb hat sie sich bis heute gehalten: Auch im Prag des Jahres 2019 mischt sich Cimrman unter die Demonstranten.

Nach Jára Cimrman sind Straßen und Plätze benannt; die Stücke des Cimrman-Theaters in Prag, die sich seinem grenzenlosen Werk widmen, sind ständig ausverkauft.

Das Feature geht dem Wesen des tschechischen Humors nach, dem speziell ? böhmischen' Widerstand gegen gesellschaftliche und politische Zwänge. Gefälschte Dokumente und echte Augenzeugen verweisen auf das verwickelte Wirken des Phantoms – und führen mitten hinein in die wahnwitzige tschechische Gegenwart, die ihren Jára Cimrman dringender braucht denn je.

Feature von Tabea Soergel und Martin Becker.


16:45 Heimspiel


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp.


17:55 Betrifft: Geschichte
Zur Geschichte der Psychiatrie. Mit Monika Ankele, Medizinhistorisches Museum Hamburg, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin Universitätsklinikum Hamburg – Eppendorf.

Die Geschichte der Psychiatrie als medizinischer Disziplin ist relativ jung. Im 18. Jahrhundert begann man, die "Irren" nicht mehr als vom Bösen Besessene zu betrachten, sondern als Kranke, die Fürsorge und medizinischer Behandlung bedürfen – und damit eigener Bauten. In der Architektur spiegelt sich die gesellschaftliche Haltung gegenüber psychisch Erkrankten wider. Der von Kaiser Josef II. 1784 errichtete "Narrenturm" war die erste psychiatrische Anstalt Kontinentaleuropas, glich jedoch einem Gefängnis zur Verwahrung von "Insassen".

Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstanden an den Rändern großer Städte psychiatrische Krankenhäuser, etwa 1907 die Nervenheilanstalt "am Steinhof". In dieser Zeit entwickelte sich in Österreich die Psychiatrie als wissenschaftliche Disziplin und brachte bedeutende Innovationen hervor. Auf diese Hochblüte folgte mit dem Nationalsozialismus das dunkelste Kapitel. Psychisch erkrankte und behinderte Menschen wurden infolge der sogenannten "Euthanasie" ermordet. Diese Zeit sollte in der Psychiatrie noch lange negativ nachwirken.

Was die Behandlung betrifft, waren Elektroschocks, Insulinschocks und absichtlich ausgelöste Malaria noch bis in die 1950er-Jahre verbreitet. Dann brachten Psychopharmaka und später auch die begleitende Psychotherapie für die Patienten große Erleichterungen.

Ein grundlegender Wandel in der Psychiatrie setzte in Italien bereits in den 1960er-Jahren ein, in Österreich erst in den 80ern. Die Reformen setzten auf individuellere, dezentralisierte und ambulante Versorgungsstrategien. Die Integration psychisch Erkrankter sollte deren Ausgrenzung ablösen, Freiwilligkeit den Zwang.

Gestaltung: Isabelle Engels


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Wenn Pflanzen dem Boden Metall entziehen.
Von Birgit Dalheimer

In Albanien reichert das Mauersteinkraut - eigentlich eine unscheinbare Pflanze – Nickel aus dem Boden an. Das Übergangsmetall können die Bauern verkaufen, nachdem sie es aus der Asche geernteter und verbrannter Pflanzen gewonnen haben. "Phytomining" nennt sich dieser "Bergbau mit Pflanzen". Die spezielle Eigenschaft mancher Pflanzen macht ihn möglich: Sie können bestimmte Metalle aus dem Boden aufzunehmen und in ihren Blättern oder ihrem Pflanzensaft speichern: Auch Gold, Platin, Palladium oder die Metalle Seltener Erden. Eine Vielzahl dieser "Hyperakkumulatoren" genannten Pflanzen wurde in den vergangenen Jahren entdeckt. Wie man mit ihnen verseuchte Boden sanieren könnte, ist ebenfalls Gegenstand aktueller Forschung.


19:30 Das Ö1 Konzert
Berliner Philharmoniker, Dirigent: Kirill Petrenko; Diana Damrau,Sopran.
George Gershwin: Ouvertüre zum Musical "Girl Crazy" * Richard Rodgers: "If I loved you" aus "Carousel" * Leonard Bernstein: a) "I feel pretty" aus "West Side Story"; b) Symphonische Tänze aus "West Side Story" * Kurt Weill: a) "Foolish Heart" aus "One Touch of Venus"; b) "Lady in the Dark", Symphonic Nocturne (Suite, Bearbeitung von Robert Russell Bennett) * Stephen Sondheim: "Send in the clowns" aus "A little Night Music" * Harold Arlen: "Over the Rainbow" aus "The Wizard of Oz" * G. Gershwin: Ein Amerikaner in Paris (aufgenommen am 31. Dezember 2019 in der Berliner Philharmonie).
Präsentation: Gerhard Hafner


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Das Völkerrecht. Spielregeln gegen die globale Unordnung (2).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

Reparatur der Zukunft. Casting neuer Ideen (2).
Gestaltung: Mirela Jasic, Sarah Kriesche, Ilse Huber, Irmgard Wutscher

London – ewiger Quell der Popmusik? Eine persönliche Spurensuche (2).
Gestaltung: Robert Rotifer


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Neue Werke von Julia Purgina und Petra Stump-Linshalm

Seit etwa 45 Jahren gestaltet das Ensemble Kontrapunkte regelmäßig einen eigenen Abonnementzyklus bei der Gesellschaft der Musikfreunde im Wiener Musikverein. Vergangene Woche ging ihr fünfteiligen Zyklus 2019/20 in die Halbzeit. Unter der Leitung von Gründer Peter Keuschnig kamen dabei zwei Werke zur Uraufführung: Julia Purginas "Un coup de libellules" sowie Petra Stump-Linshalms Konzert für zwei Bassklarinetten solo und Ensemble "WILLIWAW", bei dem die Komponistin selbst einen der Soloparts übernommen hat. Erich Urbanners "Klavier-Konzert 76", Veronika Mayers "Überflogen" und Philipp Tröstls "Versteckt. Szene für Ensemble" bildeten den klingenden Rahmen für die beiden Uraufführungen.

Zeit-Ton bringt eine Teilwiedergabe dieses Konzertes vom 17. Februar aus dem Gläsernen Saal / Magna Auditorium.

Gestaltung: Andreas Maurer

*

Mittwoch, 26. Februar 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Im Dialog mit der Kunst". Mit der spirituellen Bild-Sprache von Mark Rothko beschäftigt sich Gustav Schörghofer, Jesuit und Künstlerseelsorger.

An moderne Fastentücher erinnern die späten Gemälde des großen amerikanischen Künstlers Mark Rothko, der am 25. Februar 1970 gestorben ist: große Farbflächen, reduziert und doch reichhaltig; flächige Bilder, oft mit Rottönen, die die Betrachtenden zum meditativen Dialog mit dem Kunstwerk einladen. "Es ging ihm um die großen Fragen der Menschheit", sagte sein Sohn Christopher Rothko: "Warum sind wir hier? Was passiert, wenn wir sterben? Gibt es einen Gott?" Der Theologe und Kunsthistoriker Gustav Schörghofer nimmt den 50. Todestag von Mark Rothko – und die Schwelle vom Fasching zur Fastenzeit – für seine spirituelle Bild-Sprache wahr.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Das Völkerrecht
Spielregeln gegen die globale Unordnung (3).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

Ein Vertrag, den die beiden mesopotamischen Stadtstaaten Lagasch und Umma im Jahr 3100 v.Chr. schlossen, belegt: Schon lange vor unserer Zeitrechnung machten sich Herrscher nicht nur darüber Gedanken, welche Normen innerhalb ihres eigenen Machtbereichs gelten sollten. Sie waren auch an übergeordneten Spielregeln interessiert, die die Beziehungen diverser Herrschaftsgebiete zueinander ordnen sollten, also eine Art früher und rudimentärer Form des Völkerrechts.

Das Völkerrecht – oder internationale Recht -, wie wir es heute kennen, entwickelt sich vor allem im 19. Und 20. Jahrhundert und wird im 21. Jahrhundert ständig erweitert. Umwelt, Weltraum und der virtuelle Raum sind nur einige aktuelle Beispiele. Recht auf der einen und die politischen Interessen der Staaten auf der anderen Seite stehen dabei in einem ständigen und komplexen Wechselspiel.

Zwar gibt es inzwischen unzählige internationale Verträge und Abkommen, große Organisationen wie die UNO, internationale Gerichtshöfe und vieles mehr, doch deren Zuständigkeiten, Bedeutung und "korrekte" Auslegung sind häufig umstritten.

Das zeigt sich beispielsweise bei der Frage, wann Gewaltanwendung, militärische Interventionen und Präventivschläge gerechtfertigt sind, oder was Vorrang hat – Wirtschaftsinteressen oder Rechte von Indigenen. Grundlegendes Ziel des Völkerrechts wäre es, die Voraussetzungen für eine stabile globale Friedensordnung festzulegen. Tatsächlich aber unterscheiden sich die Vorstellungen von Souveränität und Rechtsgestaltung zwischen den großen Spielern, den USA, der EU, China und Russland oft signifikant.


09:30 Radiokolleg – Reparatur der Zukunft
Casting neuer Ideen (3).
Gestaltung: Sarah Kriesche, Ilse Huber, Stefan Niederwieser, Viktoria Waldegger, Margit Atzler

Unter oe1.orf.at/zukunft wird das Zukunftspotenzial Österreichs präsentiert. Eingeladen sind 20- bis 30-Jährige in kurzen Videoclips vorzustellen, was sie neu und anders machen. Im Fokus steht eine Generation, für die das Internet niemals neu war und die im Schatten der Erderwärmung erwachsen wurde.

Was ist gefragt? Innovative Ideen, die heute bestehende Technologien, Dienstleistungen sowie gesellschaftliche und politische Prozesse verändern oder ersetzen sollen und damit zur "Reparatur der Zukunft" beitragen. Ideen, die Probleme erkennen, und Lösungen anbieten: von Klimaschutz, Armutsbekämpfung, bis zu innovativen Businessideen, von privaten Gesprächsrunden, Podcasts, Umweltschutz, Sharing-Initiativen bis zu Forschungsprojekten, von digitalen Apps, Fashion, Lernhilfen, Events, Partys, sozialen Innovationen bis hin zu selbstproduzierten Dingen aller Art. Erlaubt ist alles, was selbstgemacht, selbstorganisiert und selbstgedacht wird.

Das Radiokolleg berichtet über eingereichte Projekte, wie die Zukunft im Jetzt repariert werden kann.


09:45 Radiokolleg – London – ewiger Quell der Popmusik?
Eine persönliche Spurensuche (3).
Gestaltung: Robert Rotifer

Seit mehr als einem halben Jahrhundert, den Beatles sei Dank, ist London eine Welthauptstadt der Popkultur. Das war auch der Grund, warum der Wiener Journalist Robert Rotifer einst dorthin zog, um aus der Mitte der dortigen Szene zu berichten.

23 Jahre später fragt er sich, ob er bloß zu alt geworden oder die globale Strahlkraft, der vom Brexit und dem Niedergang der Musikindustrie gebeutelten britischen Hauptstadt tatsächlich verblasst sein könnte.

In Soho, wo einst an jeder Ecke Live-Musik zu hören war, gibt es faktisch keine Live-Clubs mehr, die "Grassroots" des Live-Geschehens haben sich längst in den fernen Osten und Süden der Stadt verpflanzt. Doch selbst dort kämpft die Szene ums Überleben – meist ohne Gage. Solche Vorstadt-Phänomene gleichen eher jenen der Pop-Provinz als denen einer Pop-Metropole.

Doch wenn die Dinge wirklich so schlecht stehen, woher kam dann die aktuelle Explosion der jungen Londoner Jazz-Szene? Und wenn nicht weiße Bands, sondern Grime-Stars wie Stormzy heute Londons musikalische Aushängeschilder sind, wieso ziehen sich dann die dämonisierten Drill-Rapper auf den Mikrokosmos per Youtube und auf der Straße ausgetragener Kleinkriege zwischen Bewohnern rivalisierender Postleitzahlen zurück? Oder manifestiert sich in all diesen parallel existierenden, kleinen Welten vielmehr das Ende der Ära des Hypes rund um das alle vereinende "next big thing"?

In seiner Radiokolleg-Serie verlässt Robert Rotifer seine eingetretenen Pfade auf der Suche nach Londons junger Szene und der Zukunft der Popkultur.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Nadja Kayali
Experimentierfelder
Ludwig van Beethoven: Quintett für Streicher in Es-Dur op. 4

Eigentlich sollte Beethoven ein Streichquartett schreiben, aber er komponierte ein Streichquintett. Streichquintette entstanden bei Beethoven immer rund um Quartette und waren ein Feld, auf dem der Komponist experimentieren konnte. Im Falle des op. 4 kommt allerdings hinzu, dass es sich außerdem um eine Bearbeitung eines früheren Stückes handelt. Das war jedoch für Bläser, wovon schon die Wahl der Tonart, Es-Dur, erzählt.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Venus -Transit". Von Zsófia Bán. Aus dem Ungarischen von Terézia Mora.

Eine aufgelöste junge Frau steigt in ein Taxi. Die Taxifahrerin ordnet sie gleich richtig ein, nimmt die Aufforderung zum Tanz nicht an, fragt nicht nach. Irgendwann beginnt sie von selbst zu reden …

Zsófia Bán, 1957 in Rio de Janeiro geboren, wuchs in Brasilien und in Ungarn auf und studierte Anglistik und Romanistik. Die Kunst- und Literaturkritikerin hat in Filmstudios gearbeitet, war Ausstellungskuratorin und lehrt Amerikanistik in Budapest.

"Abendschule", ihr literarisches Debüt, erhielt 2008 den Attila-József-Preis.

Gestaltung: Stefanie Zussner


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Philipp Weismann.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Dirigent: Andrew Manze; Damen des Rundfunkchors Berlin; Martin Helmchen, Klavier; Yeree Suh, Sopran.
Jörg Widmann: Con brio, Konzertouvertüre * Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester c-Moll op. 37 * Ralph Vaughan Williams: Symphonie Nr. 7, "Sinfonia antartica".
Präsentation: Peter Kislinger


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Praxis – Religion und Gesellschaft


16:40 Das Ö1 Gesundheitsmagazin


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa.


17:55 Betrifft: Geschichte
Zur Geschichte der Psychiatrie. Mit Monika Ankele, Medizinhistorisches Museum Hamburg, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin Universitätsklinikum Hamburg – Eppendorf.

Die Geschichte der Psychiatrie als medizinischer Disziplin ist relativ jung. Im 18. Jahrhundert begann man, die "Irren" nicht mehr als vom Bösen Besessene zu betrachten, sondern als Kranke, die Fürsorge und medizinischer Behandlung bedürfen – und damit eigener Bauten. In der Architektur spiegelt sich die gesellschaftliche Haltung gegenüber psychisch Erkrankten wider. Der von Kaiser Josef II. 1784 errichtete "Narrenturm" war die erste psychiatrische Anstalt Kontinentaleuropas, glich jedoch einem Gefängnis zur Verwahrung von "Insassen".

Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstanden an den Rändern großer Städte psychiatrische Krankenhäuser, etwa 1907 die Nervenheilanstalt "am Steinhof". In dieser Zeit entwickelte sich in Österreich die Psychiatrie als wissenschaftliche Disziplin und brachte bedeutende Innovationen hervor. Auf diese Hochblüte folgte mit dem Nationalsozialismus das dunkelste Kapitel. Psychisch erkrankte und behinderte Menschen wurden infolge der sogenannten "Euthanasie" ermordet. Diese Zeit sollte in der Psychiatrie noch lange negativ nachwirken.

Was die Behandlung betrifft, waren Elektroschocks, Insulinschocks und absichtlich ausgelöste Malaria noch bis in die 1950er-Jahre verbreitet. Dann brachten Psychopharmaka und später auch die begleitende Psychotherapie für die Patienten große Erleichterungen.

Ein grundlegender Wandel in der Psychiatrie setzte in Italien bereits in den 1960er-Jahren ein, in Österreich erst in den 80ern. Die Reformen setzten auf individuellere, dezentralisierte und ambulante Versorgungsstrategien. Die Integration psychisch Erkrankter sollte deren Ausgrenzung ablösen, Freiwilligkeit den Zwang.

Gestaltung: Isabelle Engels


18:00 Ö1 Abendjournal


18:30 Klartext
mit Klaus Webhofer


19:30 Alte Musik – neu interpretiert
präsentiert von Gerhard Hafner. Concentus Musicus Wien. Heinrich Ignaz Franz Biber: a) Sonata I C-Dur; b) Sonata XI c-Moll; c) Battalia * Henry Purcell: Suite aus der Oper "King Arthur" * Antonio Vivaldi: Concerto F-Dur RV 293 * Georg Philipp Telemann: Suite für Trompete, oboe, Streicher und Basso continuo D-Dur (aufgenommen am 14. Februar im Brahms-Saal des Wiener Musikvereins)

Der "Concentus Musicus Wien" war über 60 Jahre lang Heimat und Urzelle des musikalischen Schaffens seines Gründers Nikolaus Harnoncourt. Die das Ensemble kennzeichnende Intensität und die fundierte, unmittelbar lebendige Auslegung der musikalischen Meisterwerke basierte stets wesentlich auf Harnoncourts Forderung an jeden einzelnen Musiker, ein Stück persönlich zu durchdringen. Das Ensemble entwickelte auf diese Art unweigerlich seine spezifische musikalische Sprache, die es bis heute so unverwechselbar macht.

Seit dem Tod von Nikolaus Harnoncourt, im März 2016, zeichnen die beiden Konzertmeister des Ensembles Erich Höbarth und Andrea Bischof sowie der Cembalist und Dirigent Stefan Gottfried für den Concentus Musicus Wien künstlerisch verantwortlich. Am 14. dieses Monats gab die Originalklang-Formation im Brahms-Saal des Wiener Musikvereins ein Konzert, bei dem Werke von Heinrich Ignaz Franz Biber, Henry Purcell, Antonio Vivaldi und Georg Philipp Telemann zu einem abwechslungsreichen Programm zusammengeführt wurden.


21:00 Salzburger Nachtstudio
12 Fragen an den Gastroenterologen Michael Häfner
Gestaltung: Katrin Mackowski

Was bedeutet es, wenn wir nicht mit einem Arzt aus Fleisch und Blut sprechen, sondern mit einem Chatbot; eine künstliche intelligente Maschine, die eine Diagnostik erstellt und auch gleich Rezeptvorschläge macht. Es geht um die Folgen einer "entpersonalisierten Medizin", sagt der Gastroenterologe Michael Häfner. Aber auch die Systeme selbst, die angeblich Krebsvorhersagen effizienter machen können als der Mensch, zeigen Qualitätsprobleme.

Algorithmen, die unsere Gesundheit berechnen, gelten eben nicht für alle Menschen gleich und sind noch nicht so intelligent wie man denkt. Immer wieder kommt es zu Qualitätsproblemen bei der Tele-Medizin oder bei Untersuchungen, wenn sie von Systemen der künstlichen Intelligenz begleitet werden. Michael Häfner selbst forscht mit an einem System, bei dem eine Software bei der Darmkrebsvorsorge-Koloskopien die Arbeit des Gastroenterologen ergänzt und für mehr Qualität in der Treffsicherheit sorgen soll. "Bis zu 20 Prozent der Polypen werden übersehen", erklärt der Gastroenterologe.

Medien und PR-Werbekampagnen sorgen derzeit um einen Hype rund um die Digitalisierung in der Medizin, während Forscher und Entwickler noch nach den realen Möglichkeiten zur medizinischen Verbesserung suchen. Die Verbindung von Mensch und Maschine selbst ist es, die ethische wie technische Probleme aufwirft. Abgesehen davon stellt "Big Data" vor Herausforderungen: Hacker-Kriminalität und technische Defekte sind die großen Probleme. Eine Handy-App wie "beyondverbal", die auf 150.000 Krankenakten basiert, filtert beispielsweise aus individuellen Daten heraus, ob Herz-Kreislaufkrankheiten drohen. Ganz abgesehen von einer ständigen Überwachung und Datensammlung durch Systeme der künstlichen Intelligenz, droht auch psychische Manipulation durch die Technik selbst; eine künstlich erzeugte Paranoia, sich als gerade noch gesund oder schon krank zu empfinden.

Ein Salzburger Nachtstudio von Katrin Mackowski


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Das Völkerrecht. Spielregeln gegen die globale Unordnung (3).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

Reparatur der Zukunft. Casting neuer Ideen (3).
Gestaltung: Mirela Jasic, Sarah Kriesche, Ilse Huber, Irmgard Wutscher

London – ewiger Quell der Popmusik? Eine persönliche Spurensuche (3).
Gestaltung: Robert Rotifer


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zeit-Ton Magazin. Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen.
Gestaltung: Susanna Niedermayr

*

Donnerstag, 27. Februar 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Im Dialog mit der Kunst". Mit der spirituellen Bild-Sprache von Mark Rothko beschäftigt sich Gustav Schörghofer, Jesuit und Künstlerseelsorger.

An moderne Fastentücher erinnern die späten Gemälde des großen amerikanischen Künstlers Mark Rothko, der am 25. Februar 1970 gestorben ist: große Farbflächen, reduziert und doch reichhaltig; flächige Bilder, oft mit Rottönen, die die Betrachtenden zum meditativen Dialog mit dem Kunstwerk einladen. "Es ging ihm um die großen Fragen der Menschheit", sagte sein Sohn Christopher Rothko: "Warum sind wir hier? Was passiert, wenn wir sterben? Gibt es einen Gott?" Der Theologe und Kunsthistoriker Gustav Schörghofer nimmt den 50. Todestag von Mark Rothko – und die Schwelle vom Fasching zur Fastenzeit – für seine spirituelle Bild-Sprache wahr.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Das Völkerrecht
Spielregeln gegen die globale Unordnung (4).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

Ein Vertrag, den die beiden mesopotamischen Stadtstaaten Lagasch und Umma im Jahr 3100 v.Chr. schlossen, belegt: Schon lange vor unserer Zeitrechnung machten sich Herrscher nicht nur darüber Gedanken, welche Normen innerhalb ihres eigenen Machtbereichs gelten sollten. Sie waren auch an übergeordneten Spielregeln interessiert, die die Beziehungen diverser Herrschaftsgebiete zueinander ordnen sollten, also eine Art früher und rudimentärer Form des Völkerrechts.

Das Völkerrecht – oder internationale Recht -, wie wir es heute kennen, entwickelt sich vor allem im 19. Und 20. Jahrhundert und wird im 21. Jahrhundert ständig erweitert. Umwelt, Weltraum und der virtuelle Raum sind nur einige aktuelle Beispiele. Recht auf der einen und die politischen Interessen der Staaten auf der anderen Seite stehen dabei in einem ständigen und komplexen Wechselspiel.

Zwar gibt es inzwischen unzählige internationale Verträge und Abkommen, große Organisationen wie die UNO, internationale Gerichtshöfe und vieles mehr, doch deren Zuständigkeiten, Bedeutung und "korrekte" Auslegung sind häufig umstritten.

Das zeigt sich beispielsweise bei der Frage, wann Gewaltanwendung, militärische Interventionen und Präventivschläge gerechtfertigt sind, oder was Vorrang hat – Wirtschaftsinteressen oder Rechte von Indigenen. Grundlegendes Ziel des Völkerrechts wäre es, die Voraussetzungen für eine stabile globale Friedensordnung festzulegen. Tatsächlich aber unterscheiden sich die Vorstellungen von Souveränität und Rechtsgestaltung zwischen den großen Spielern, den USA, der EU, China und Russland oft signifikant.


09:30 Radiokolleg – Reparatur der Zukunft
Casting neuer Ideen (4).
Gestaltung: Sarah Kriesche, Ilse Huber, Stefan Niederwieser, Viktoria Waldegger, Margit Atzler
Unter oe1.orf.at/zukunft wird das Zukunftspotenzial Österreichs präsentiert.

Eingeladen sind 20- bis 30-Jährige in kurzen Videoclips vorzustellen, was sie neu und anders machen. Im Fokus steht eine Generation, für die das Internet niemals neu war und die im Schatten der Erderwärmung erwachsen wurde.

Was ist gefragt? Innovative Ideen, die heute bestehende Technologien, Dienstleistungen sowie gesellschaftliche und politische Prozesse verändern oder ersetzen sollen und damit zur "Reparatur der Zukunft" beitragen. Ideen, die Probleme erkennen, und Lösungen anbieten: von Klimaschutz, Armutsbekämpfung, bis zu innovativen Businessideen, von privaten Gesprächsrunden, Podcasts, Umweltschutz, Sharing-Initiativen bis zu Forschungsprojekten, von digitalen Apps, Fashion, Lernhilfen, Events, Partys, sozialen Innovationen bis hin zu selbstproduzierten Dingen aller Art. Erlaubt ist alles, was selbstgemacht, selbstorganisiert und selbstgedacht wird.

Das Radiokolleg berichtet über eingereichte Projekte, wie die Zukunft im Jetzt repariert werden kann.


09:45 Radiokolleg – London – ewiger Quell der Popmusik?
Eine persönliche Spurensuche (4).
Gestaltung: Robert Rotifer

Seit mehr als einem halben Jahrhundert, den Beatles sei Dank, ist London eine Welthauptstadt der Popkultur. Das war auch der Grund, warum der Wiener Journalist Robert Rotifer einst dorthin zog, um aus der Mitte der dortigen Szene zu berichten.

23 Jahre später fragt er sich, ob er bloß zu alt geworden oder die globale Strahlkraft, der vom Brexit und dem Niedergang der Musikindustrie gebeutelten britischen Hauptstadt tatsächlich verblasst sein könnte.

In Soho, wo einst an jeder Ecke Live-Musik zu hören war, gibt es faktisch keine Live-Clubs mehr, die "Grassroots" des Live-Geschehens haben sich längst in den fernen Osten und Süden der Stadt verpflanzt. Doch selbst dort kämpft die Szene ums Überleben – meist ohne Gage. Solche Vorstadt-Phänomene gleichen eher jenen der Pop-Provinz als denen einer Pop-Metropole.

Doch wenn die Dinge wirklich so schlecht stehen, woher kam dann die aktuelle Explosion der jungen Londoner Jazz-Szene? Und wenn nicht weiße Bands, sondern Grime-Stars wie Stormzy heute Londons musikalische Aushängeschilder sind, wieso ziehen sich dann die dämonisierten Drill-Rapper auf den Mikrokosmos per Youtube und auf der Straße ausgetragener Kleinkriege zwischen Bewohnern rivalisierender Postleitzahlen zurück? Oder manifestiert sich in all diesen parallel existierenden, kleinen Welten vielmehr das Ende der Ära des Hypes rund um das alle vereinende "next big thing"?

In seiner Radiokolleg-Serie verlässt Robert Rotifer seine eingetretenen Pfade auf der Suche nach Londons junger Szene und der Zukunft der Popkultur.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Ausgewählt
mit Nina Polaschegg
Carl Maria von Webers Quintett für Klarinette und Streicher in B-Dur op. 34

Carl Maria von Weber ist vor allem für seine Opern bekannt - "Freischütz" und "Oberon" sind weithin bekannt. Aber auch die Klarinette hat der Komponist des frühen 19. Jahrhunderts mit einigen Werken bedacht, für das Instrument, das damals so langsam seine Karriere als Soloinstrument begann und für das Mozart schon ein Quintett komponiert hatte. Im Zentrum steht in dieser Ausgewählt-Ausgabe Webers Klarinettenquintett – das neben denjenigen Mozarts und Brahms zu den wichtigen Kammermusikwerken für diese Besetzung zählt. Ergänzt durch weiteres für das Instrument aus Webers Feder.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"In Liebe, dein Vaterland". Von Ryu Murakami. Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. Es liest Stefan Fleming

Es ist ein Albtraum: getarnt als Dissidenten, denen es gelungen ist, aus Nordkorea zu flüchten, besetzen neun koreanische Elite-Soldaten das Stadion der japanischen Hafenstadt Fukuoka und nehmen 30.000 Zuschauer als Geiseln. Während die ohnmächtige japanische Regierung hysterisch sinnlose Maßnahmen ergreift, wird die Invasion von weitere 120.000 Soldaten in die Wege geleitet. Das Ziel: Jaoan soll eine Provinz Nordkoreas werden.

Gestaltung: Friederike Raderer


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Daniela Knaller. BEETHOVEN ESSENZIELL

DesCis bringt anlässlich des Beethovenjahres 2020 eine wöchentliche Serie unter dem Titel "Beethoven – essenziell". In 250 Sekunden wollen wir immer am Donnerstag versuchen den Menschen, das Werk, die Zeit und die Auswirkungen dieses so herausragenden Künstlers zu beleuchten – zur Feier der 250. Wiederkehr des Geburtstages Beethovens.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Stimmen hören
mit Chris Tina Tengel.
Herzensstimme mit großer Ambition: das Beste von Mirella Freni

Was für ein herrliches Korrektiv zum "Diven"-Fimmel der Gegenwart sind die unzähligen ausgezeichneten Aufnahmen der vor 85 Jahren geborenen Mirella Freni, die auf den Opernbühnen der Welt eine der prägenden Stimmen ihrer Generation gewesen ist. Im Karrierebeginn eng mit dem Tenor Luciano Pavarotti, privat zuerst mit dem Dirigenten Leone Magiera, dann mit dem Bassisten Nicolai Ghiaurov verbunden, setzte die aus Modena stammende Sopranistin erste Markierungen im lyrischen Koloraturfach, fand in der Mimi und Giacomo Puccinis "La Bohème" früh ihre Lebensrolle, wollte aber bald über diesen Radius hinaus – sogar mit noch arg mit Callas-Stempel versehenen Partien wie der Violetta in Verdis "La Traviata". In den 1970er Jahren, auch dank Dirigenten wie Herbert von Karajan und Claudio Abbado, war's geschafft.

Matronenhafte Verdi- und Puccini-Stimmen waren außer Mode, Mirella Freni also eine Wunschbesetzung von "Simon Boccanegra" bis "Madama Butterfly". Doch Mirella Freni, attitüdefrei und von ihrem Publikum von Herzen geliebt, setzte in ihrem 6. Lebensjahrzehnt noch eins drauf, eroberte sich Tschaikowsky und Cileas "Adriana Lecouvreur". Die Divenoper par excellence!


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Medizin und Gesundheit


16:40 Die Ö1 Kinderuni
Von Hörrohren, Röntgenstrahlen und kalten Händen.
Gestaltung: Anna Masoner

Ein anstehender Arztbesuch lässt einen meist nicht in Freudengeschrei ausbrechen. Man muss oft lange warten, manchmal riecht es in der Praxis oder im Krankenhaus stechend und dann machen Ärzte auch noch allerlei komische Untersuchungen. Die Ö1 Kinderunireporter/innen Mila, Emir, Rana Slava haben schon viel Erfahrung mit Ärzten und Krankenhäusern. Andreas Mittelbach und Patrick Grassl sind beide Ärzte in Ausbildung. Sie verraten, warum sie in der Arbeit nie ohne Stethoskop anzutreffen sind und wie sie sich bei ihren ersten Untersuchungen gefühlt haben.


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber.


17:55 Betrifft: Geschichte
Zur Geschichte der Psychiatrie. Mit Monika Ankele, Medizinhistorisches Museum Hamburg, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin Universitätsklinikum Hamburg – Eppendorf.

Die Geschichte der Psychiatrie als medizinischer Disziplin ist relativ jung. Im 18. Jahrhundert begann man, die "Irren" nicht mehr als vom Bösen Besessene zu betrachten, sondern als Kranke, die Fürsorge und medizinischer Behandlung bedürfen – und damit eigener Bauten. In der Architektur spiegelt sich die gesellschaftliche Haltung gegenüber psychisch Erkrankten wider. Der von Kaiser Josef II. 1784 errichtete "Narrenturm" war die erste psychiatrische Anstalt Kontinentaleuropas, glich jedoch einem Gefängnis zur Verwahrung von "Insassen".

Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstanden an den Rändern großer Städte psychiatrische Krankenhäuser, etwa 1907 die Nervenheilanstalt "am Steinhof". In dieser Zeit entwickelte sich in Österreich die Psychiatrie als wissenschaftliche Disziplin und brachte bedeutende Innovationen hervor. Auf diese Hochblüte folgte mit dem Nationalsozialismus das dunkelste Kapitel. Psychisch erkrankte und behinderte Menschen wurden infolge der sogenannten "Euthanasie" ermordet. Diese Zeit sollte in der Psychiatrie noch lange negativ nachwirken.

Was die Behandlung betrifft, waren Elektroschocks, Insulinschocks und absichtlich ausgelöste Malaria noch bis in die 1950er-Jahre verbreitet. Dann brachten Psychopharmaka und später auch die begleitende Psychotherapie für die Patienten große Erleichterungen.

Ein grundlegender Wandel in der Psychiatrie setzte in Italien bereits in den 1960er-Jahren ein, in Österreich erst in den 80ern. Die Reformen setzten auf individuellere, dezentralisierte und ambulante Versorgungsstrategien. Die Integration psychisch Erkrankter sollte deren Ausgrenzung ablösen, Freiwilligkeit den Zwang.

Gestaltung: Isabelle Engels


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Die Erforschung des Albtraums.
Von Hanna Ronzheimer

Ein Drittel unseres Lebens sollten wir - idealerweise – verschlafen. Und dabei in schönen Träumen schwelgen. Doch viele Menschen leiden unter wiederkehrenden Albträumen. Daraus erwachen wir dann mit starken negativen Gefühlen wie Angst, Trauer, Ekel, Scham oder Wut, schweißgebadet und mit guter Erinnerung. Im Gegensatz zum "normalen" Traum bleibt der Albtraum nämlich stärker und länger im Gedächtnis. Warum ist das so? – Immer wiederkehrende Albträume können das Leben untertags unangenehm beeinflussen und Spuren hinterlassen.

Die Wissenschaft weiß mittelweile einiges über Albträume. Warum und bei wem sie gehäuft auftreten, aber auch, welche Funktionen Albträume möglicherweise haben. Es könnte sein, so vermuten die Forscher, dass sie uns im Schlaf darauf vorbereiten, bei realer Bedrohung und Angst richtig zu reagieren.


19:30 Das Ö1 Konzert
Zum 250. Geburtstag von Antonin Reicha. Filharmonie Brno, Dirigent: Dennis Russell Davies. Tschechischer Philharmoniker Chor Brno; Martina Janková, Sopran (Lenore); Pavla Vykopalová, Sopran; Wojciech Parchem, Tenor; Jiri Brückner, Bariton.
Antonin Reicha: "Lenore", Dramatische Kantate für Soli, Chor und Orchester nach der gleichnamigen Ballade von Gottfried August Bürger (aufgenommen am 7. Februar in der Philharmonie Brno – Vereinshaus).
Präsentation: Eva Teimel


21:00 Im Gespräch
"Mit Logik kommt man gegen Antisemitismus nicht an!" Rosa Lyon im Gespräch mit Thomas Meyer, Schriftsteller

Thomas Meyer ist wohl nicht sein echter Name. Auf seiner Website steht zu lesen: "halb Reptil, halb Mensch – ist ein Agent der Jüdischen Weltverschwörung, der eine Tarnexistenz als Schriftsteller führt. Nicht einmal seine Mutter kennt seinen richtigen Namen."

Er lebt in Zürich, schreibt Romane. Aus einem wurde vor Kurzem ein Kinofilm, der auch auf Netflix sehr erfolgreich läuft: "Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse". "Schickse" ist der jiddische Ausdruck für eine Nicht-jüdische Frau.

Verglichen wird Thomas Meyer gerne mit Woody Allen – wohl nicht zuletzt, weil er sich mit dem Jüdisch-Sein in seinen Werken beschäftigt. Meyer schreibt nicht nur Romane, früher Werbetexte, er hat auch ein 120 seitiges Pamphlet verfasst: "Trennt Euch!" – im Grunde ein Pro-Beziehungs-Buch.

Im Gespräch mit Rosa Lyon denkt Thomas Meyer über Antisemitismus, jüdischen Humor und die deutsche Sprache nach.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Das Völkerrecht. Spielregeln gegen die globale Unordnung (4).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

Reparatur der Zukunft. Casting neuer Ideen (4).
Gestaltung: Mirela Jasic, Sarah Kriesche, Ilse Huber, Irmgard Wutscher

London – ewiger Quell der Popmusik? Eine persönliche Spurensuche (4).
Gestaltung: Robert Rotifer


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zeit-Ton-Zeitreise. 40 Jahre "Queen of Siam" von Lydia Lunch

Im Februar 1980 erschien das erste Album der Musikerin, Autorin und Performerin Lydia Lunch, die schon mit ihrer Band Teenage Jesus and The Jerks zu einer Protagonistin der New Yorker No-Wave-Szene geworden war. Hier ging es nicht um existentialistische Rock-Dekonstruktionen, sondern um eine Art doppelte Umdeutung von Pop-Musik. Anhand von "Queen of Siam" präsentiert diese "Zeit-Ton Zeitreise" Stationen im Schaffen von Lydia Lunch, eine der wichtigsten Künstlerinnen experimenteller Musik.

Um 1977 hatte sich in New York Punk überlebt und brachte nun ein Umfeld hervor, das als No Wave bezeichnet wurde. Fundiertes Kunst- und Musikwissen traf auf autodidaktische Verweigerungshaltungen, zudem reichte No Wave weit in Sparten wie Film und Performancekunst.

Zu jener Aufbruchszeit kam Lydia Lunch nach New York, wo sie durch die Band Suicide erste Konzerte spielte und Teenage Jesus and The Jerks zu einer Art Prototyp dieses neuen Sounds wurden. Sie hatte dann die Band 8 Eyed Spy, bildete mit Nick Cave, Marc Almond und J. G. Thirlwell The Immaculate Consumptive und arbeitete mit dem Underground-Filmemacher Richard Kern.

Zu aktuellen Projekten zählen etwa Big Sexy Noise sowie Medusa's Bed mit Zahra Mani und Mia Zabelka. Zudem ist sie seit den 1990ern als Spoken-Word-Performerin tätig und hat zahlreiche Essay-Bücher geschrieben.

Lydia Lunch ist eine der profiliertesten Künstlerinnen dezidiert weiblicher Selbstbestimmtheit. Ihre ebenso radikalen wie lustvollen Auseinandersetzungen mit Sexualität und Gewalt hatten großen Einfluss u.a. auf die feministische und queere Subkultur.

Neben Stücken aus "Queen of Siam" – das auf ZE Records, einem der damals wichtigsten Labels experimenteller Rock-Musik, erschien – sind in diesem "Zeit-Ton" weitere Lunch-Nummern jener Zeit zu hören.

Gestaltung: Heinrich Deisl

*

Freitag, 28. Februar 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Ausgewählt

(Wiederholung von 10:06 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Im Dialog mit der Kunst". Mit der spirituellen Bild-Sprache von Mark Rothko beschäftigt sich Gustav Schörghofer, Jesuit und Künstlerseelsorger.

An moderne Fastentücher erinnern die späten Gemälde des großen amerikanischen Künstlers Mark Rothko, der am 25. Februar 1970 gestorben ist: große Farbflächen, reduziert und doch reichhaltig; flächige Bilder, oft mit Rottönen, die die Betrachtenden zum meditativen Dialog mit dem Kunstwerk einladen. "Es ging ihm um die großen Fragen der Menschheit", sagte sein Sohn Christopher Rothko: "Warum sind wir hier? Was passiert, wenn wir sterben? Gibt es einen Gott?" Der Theologe und Kunsthistoriker Gustav Schörghofer nimmt den 50. Todestag von Mark Rothko – und die Schwelle vom Fasching zur Fastenzeit – für seine spirituelle Bild-Sprache wahr.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


09:42 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Intrada – Österreichs Musizierende im Porträt
10 Jahre Wiener Klangvereinigung +++ 20 Jahre Haus der Musik Wien +++ Die Ö1-Talentebörse.
Präsentation: Daniela Knaller


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten – Neue Literatur aus Österreich
"Gummibärchenkampagne". Von Helwig Brunner. Es liest Martin Brachvogel.

In kleinsten Erzähldestillaten, sogenannten Minutennovellen, transportiert der Grazer Autor Helwig Brunner die vom Ungarn István Örkény im Gulaschkommunismus erfundene Erzählform in unsere Zeit. Brunners Stoffe speisen sich aus Alltagsszenerien, von zwischenmenschlichen Beziehungen bis zu gesellschaftlichen Gegebenheiten, die er durch die verknappte Form zuspitzt und so ins Surreale, Groteske und Absurde laufen lässt: "Als er endlich die richtige Hausnummer fand, bemerkte er, dass er längst in der falschen Straße war".

Die Texte sind in die Kategorien "Eigenbrötler", "Paare", "Lesende", "Schreibende" und "Herden" gegliedert und erzielen durch ihren sachlichen Ton eine umso humorvollere Wirkung.

Helwig Brunner, 1967 in Istanbul geboren, lebt als freier Autor, Mitherausgeber der Literaturzeitschrift "Lichtungen" und Herausgeber der Reihe "keiper Lyrik" in Graz. Er hat bislang 12 Gedichtbände und zuletzt den Prosaband "Journal der Bilder und Einbildungen" veröffentlicht. Brunner hat Musik und Biologe studiert und arbeitet in einem ökologischen Planungsbüro.

Gestaltung: Ilse Amenitsch


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Peter Kislinger.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 In Concert
US-amerikanische Bläservirtuosen, österreichisch-serbische Rhythmusgruppe

Am 22. Mai 2010 gastiert der Tenorsaxofonist Walt Weiskopf mit einem Sextett beim INNtöne-Festival im oberösterreichischen Diersbach. Der 1959 geborene Weiskopf ist nicht zuletzt aufgrund seiner Publikation über die Improvisationskonzepte John Coltranes bei Musikerkolleginnen und -kollegen hoch angesehen. Mit zwei US-amerikanischen Bläserkollegen (Altsaxofonist Jim Snidero und Posaunist John Mosca) sowie einer österreichisch-serbischen Rhythmusgruppe (Pianist Oliver Kent, Kontrabassist Milan Nikolic, Schlagzeuger Christian Salfellner) absolviert das Sextett ein hochenergetisches Set. Dieses besteht hauptsächlich aus Eigenkompositionen Weiskopfs, enthält mit "Come Rain Or Come Shine" und "Don't You Worry About Me" aber auch zwei Perlen aus dem Great American Songbook.

Gestaltung: Klaus Wienerroither


15:30 Moment – Kulinarium


15:55 Schon gehört? Tipps für Klein und Groß
1.Wiener Neustadt
2.Wien
3. Graz

1. Seit mehr rund 140 Jahren gibt es sie schon – die Geschichte von Pinocchio. Sie beginnt in der Werkstatt des alten Geppetto, der sich aus seinem Stück Holz eine Marionette schnitzt. Zu seiner Überraschung beginnt sie zu sprechen. Der sehnlichste Wunsch der lebendigen Figur ist ein echter Bub zu sein. Deshalb macht sich Pionocchio auf den Weg die Welt zu erkunden. Dabei erlebt er zahlreiche spannende Abenteuer. Im Stadttheater Wiener Neustadt wird "Pinocchio" als heiteres Musical für Kinder ab 4 Jahren aufgeführt. Und das am Samstag den 7. März um 11 und um 15 Uhr.

2.Wer zwischen 5 und 7 Jahre alt ist und gerne malt, bastelt, knetet, baut, schneidet, faltet oder druckt, der sollte den "MUMOK – Beginners Frühling" keinesfalls versäumen. An jedem März-Montag, ab 9. März sowie an den Montagen vom 20. und 27. April, finden im MUMOK Atelier Workshops zu unterschiedlichen Themen statt. Der Beginn der 6 teiligen Reihe "MUMOK Beginners Frühling" ist immer um 15 Uhr. Die Dauer pro Veranstaltung beträgt eineinhalb Stunden.

Eine weitere Veranstaltung des MUMOK ist das Sonntagsatelier für Familien. Kinder und Erwachsene Begleitpersonen erkunden dabei zuerst die Ausstellungen um dann im Anschluss selbst kreativ zu werden. Die Beginn-Zeiten sind an jedem Sonntag 11 bis 13 Uhr sowie 14 bis 16 Uhr.

3. Im "Theater next Liberty" in Graz heißt es ab Samstag den 14. März, "Konrad, oder das Kind aus der Konservenbüchse". Die Aufführung basiert auf dem 1975 erscheinen Kinderbuchklassiker von Christine Nöstlinger. Erzählt wird darin die spannende Geschichte einer außergewöhnlichen Frau namens Berti Bartolotti, die eines Tages ein Kind in einer Konservendose zugestellt bekommt.

Mehr erfahren Kinder ab 8 Jahren im "Theater next Liberty" in Graz. Die Premiere von "Konrad, oder das Kind aus der Konservenbüchse" steht am Samstag den 14. März ab 17 Uhr auf dem Programm.


16:00 Nachrichten


16:05 Da capo: Im Gespräch
"Mit Logik kommt man gegen Antisemitismus nicht an!" – Rosa Lyon im Gespräch mit Thomas Meyer, Schriftsteller

Thomas Meyer ist wohl nicht sein echter Name. Auf seiner Website steht zu lesen: "halb Reptil, halb Mensch – ist ein Agent der Jüdischen Weltverschwörung, der eine Tarnexistenz als Schriftsteller führt. Nicht einmal seine Mutter kennt seinen richtigen Namen."

Er lebt in Zürich, schreibt Romane. Aus einem wurde vor Kurzem ein Kinofilm, der auch auf Netflix sehr erfolgreich läuft: "Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse". "Schickse" ist der jiddische Ausdruck für eine Nicht-jüdische Frau.

Verglichen wird Thomas Meyer gerne mit Woody Allen – wohl nicht zuletzt, weil er sich mit dem Jüdisch-Sein in seinen Werken beschäftigt. Meyer schreibt nicht nur Romane, früher Werbetexte, er hat auch ein 120 seitiges Pamphlet verfasst: "Trennt Euch!" – im Grunde ein Pro-Beziehungs-Buch.

Im Gespräch mit Rosa Lyon denkt Thomas Meyer über Antisemitismus, jüdischen Humor und die deutsche Sprache nach.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Wolfgang Schlag.


17:55 Betrifft: Geschichte
Zur Geschichte der Psychiatrie. Mit Monika Ankele, Medizinhistorisches Museum Hamburg, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin Universitätsklinikum Hamburg – Eppendorf.

Die Geschichte der Psychiatrie als medizinischer Disziplin ist relativ jung. Im 18. Jahrhundert begann man, die "Irren" nicht mehr als vom Bösen Besessene zu betrachten, sondern als Kranke, die Fürsorge und medizinischer Behandlung bedürfen – und damit eigener Bauten. In der Architektur spiegelt sich die gesellschaftliche Haltung gegenüber psychisch Erkrankten wider. Der von Kaiser Josef II. 1784 errichtete "Narrenturm" war die erste psychiatrische Anstalt Kontinentaleuropas, glich jedoch einem Gefängnis zur Verwahrung von "Insassen".

Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstanden an den Rändern großer Städte psychiatrische Krankenhäuser, etwa 1907 die Nervenheilanstalt "am Steinhof". In dieser Zeit entwickelte sich in Österreich die Psychiatrie als wissenschaftliche Disziplin und brachte bedeutende Innovationen hervor. Auf diese Hochblüte folgte mit dem Nationalsozialismus das dunkelste Kapitel. Psychisch erkrankte und behinderte Menschen wurden infolge der sogenannten "Euthanasie" ermordet. Diese Zeit sollte in der Psychiatrie noch lange negativ nachwirken.

Was die Behandlung betrifft, waren Elektroschocks, Insulinschocks und absichtlich ausgelöste Malaria noch bis in die 1950er-Jahre verbreitet. Dann brachten Psychopharmaka und später auch die begleitende Psychotherapie für die Patienten große Erleichterungen.

Ein grundlegender Wandel in der Psychiatrie setzte in Italien bereits in den 1960er-Jahren ein, in Österreich erst in den 80ern. Die Reformen setzten auf individuellere, dezentralisierte und ambulante Versorgungsstrategien. Die Integration psychisch Erkrankter sollte deren Ausgrenzung ablösen, Freiwilligkeit den Zwang.

Gestaltung: Isabelle Engels


18:00 Ö1 Abendjournal


18:20 Europa-Journal


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Die Ö1 Hörspiel-Gala
(live aus dem ORF RadioKulturhaus)

Das Hörspiel, die originäre Kunstform des Radios, wird an diesem Abend gefeiert. Vorgestellt und ausgezeichnet werden u.a. das vom Ö1 Publikum gewählte "Hörspiel des Jahres", die besten Hörspiele des Kurzhörspielwettbewerbs "track 5'", der gemeinsam mit der 'schule für dichtung' veranstaltet wird, und der/die Hörspiel-"Schauspieler/in des Jahres", diesmal Johannes Silberschneider, u.a. für seine Darstellung des Tontechnikers Michael im Hörspiel "Fake News Blues", das Ö1 gemeinsam mit FM4 produziert und auch als podcast-Serie veröffentlicht hat. Als Bühnenband treten die FM4-Redakteure Hannes Duscher und Roland Gratzer, die ebenfalls bei der Ö1/FM-Hörspielproduktion "Fake News Blues" mitgewirkt haben, auf. Sie wollen Johannes Silberschneider als "Johnny Silber" zu einem gemeinsamen Gesangsauftritt überreden …

Durch den Abend führen Doris Glaser und Andreas Jungwirth


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


22:23 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Glanzlichter bei den konfrontationen Nickelsdorf 2019: P:Y:G.

Konfrontationen, das international renommierte Festival für frei improvisierte Musik und freien Jazz im Burgenland feierte im Juli 2019 seine 40. Ausgabe. Der ORF zeichnet seit vielen Jahren einige Festivaltage auf und war auch vergangenes Jahr drei Tage lang vor Ort. Einige der Konzerte wollen wir Ihnen an den Freitagen im Jänner und Februar nun in ihrer vollen Länge präsentieren. Heute: drei junge Österreicher, die seit einigen Jahren als Trio P:Y:G gemeinsam improvisieren. Der Saxofonist Jakob Gnigler, der Gitarrist Robert Pockfuß und der Schlagzeuger Alexander Yannilos gestalten in ihrer Musik minimale Schwankungen, dynamische Wechsel oder kleine Abstufungen ebenso wie Verdichtungen und ruhig gelassene Geräuscharbeit.

Gestaltung: Nina Polaschegg


00:00 Nachrichten


00:05 Intrada
Österreichs Musizierende im Porträt.
(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 und 5:00 Uhr Nachrichten
 

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

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Quelle:
Radio ORF1 – Programminformationen
9. Woche – 22.02. bis 28.02.2020
Österreichischer Rundfunk ORF
Würzburggasse 30, 1136 Wien, Österreich
Tel. 0043-1/87 87 8-0, Fax 0043-1/87 87-330
Internet: www.orf.at


veröffentlicht im Schattenblick zum 14. Februar 2020

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